Konfektionsgrößen

Flugangeln für Anfänger & Einsteiger

Moderator: Thomas Kalweit

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Chinook
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Konfektionsgrößen

Beitrag von Chinook » 13 Okt 2008 11:09

Habe ich das was verpasst?
Beim Schuhkauf habe ich mich bereits daran gewöhnt "Die Fallen kleiner aus ...".
Nur, was ist mit der neueren Generation an Schnüren los?
"Die fällt etwas schwerer aus ...", müsste es wohl heißen.
Ich habe mir mal den Spaß gemacht mal etwas nachzuwiegen ...
... hab' ja sonst nichts zu tun ... durchweg fast alle eine Klasse höher
als angegeben und über den zulässigen Toleranzbereich.
Klar hat man dann beim Werfen einer dieser Schnüre das Gefühl, daß sie
sich besser wirft als die alte, weil eben schwerer.
Marktstrategie? Neubewertung von Klassen? Wer weiss was mehr dazu?

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Ulli3D
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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Ulli3D » 13 Okt 2008 11:50

Also hat der Mogeltrend jetzt auch bei den Fliegenschnüren Einzug gehalten :cry:

Berkley, um mal ein Beispiel zu nennen, vertreibt die Whiplash Crytal mit für den angegebenen Durchmesser unglaublichen Tragkräften. Wenn man dann eine 0,11er mal vorsichtig nachmisst, dann liegt man deutlich über 0,25 mm und dafür passt dann wieder die angegebene Tragkraft.

Warum nicht auch bei Fliegenschnüren nach dem Motto: "Ungeahnte Wurfweiten durch unsere neue Materialmischung". Es ist zum .... , wie die Industrie den Verbraucher veraxxxxt :x
Petri Heil aus Sankt Augustin

Ulli

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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von wonne » 15 Okt 2008 00:24

Ulli3D hat geschrieben:Berkley, um mal ein Beispiel zu nennen, vertreibt die Whiplash Crytal mit für den angegebenen Durchmesser unglaublichen Tragkräften. Wenn man dann eine 0,11er mal vorsichtig nachmisst, dann liegt man deutlich über 0,25 mm und dafür passt dann wieder die angegebene Tragkraft.
Kann ich nur bestätigen, habe mir auch die Whiplash 0,10mmauf die Spule packen lassen, und war dann ganz überrascht wie dick die ist!
Bei Fliegenschnüren habe ich dasjetzt noch nicht nachgemessen.

Gruss Wonne

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Hartmut
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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Hartmut » 16 Okt 2008 18:52

durchweg fast alle eine Klasse höher
als angegeben und über den zulässigen Toleranzbereich
Hi Chinook,

vermutlich reagieren die Hersteller auf die Wünsche ihrer Kunden, schneller, härter, geiler...;-)

Steife (schnelle) Ruten fühlen sich etwas überladen sicherer an und vermitteln dem ungeübten ein besseres Wurfgefühl.
Die Schnur - Hersteller reagieren schon einige Jahre auf diesen Trend und deklarieren ihre Produkte lieber etwas zu tief.
Sogar die Länge der Schnüre variiert oft mehr als einen Meter. So kann eine 27m Schnur 28 - 30m oder nur 25m lang sein.
Die Toleranzbereiche für Fliegenschnüre unterliegen zum Glück keiner DIN Norm, das wäre ja langweilig ;-)

Grüße

Hartmut

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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von ManniBw » 17 Okt 2008 07:23

Hartmut hat geschrieben:[
vermutlich reagieren die Hersteller auf die Wünsche ihrer Kunden, schneller, härter, geiler...;-)
Hi Hartmut..
bist du dir sicher, dass du im richtigen Forum schreibst?? :lol: :lol: :lol:

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Chinook
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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Chinook » 17 Okt 2008 09:05

[schmunzel, schmunzel] ...
Na ja, AFTMA keine Norm ist das eine (müsste dann wohl eher auch IFTMA heissen), Produktinformation ein anderes
Wäre es seitens der Hersteller dann nicht sinnvoller nur noch die tasächliche Anzahl Grains oder das Gewicht in Gramm auf 9,14 m im ersten Drittel anzugeben?

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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Rolf Renell » 17 Okt 2008 13:35

Hartmut liegt hier völlig richtig!
Der trend war vor Jahren schon abzusehen und wird weitergeführt.
Schwierig zu sagen wer zuerst da war Huhn oder Ei ,die Gramm angeban werden ja von einigen Firmen verfolgt ,meist im 2- Handbereich,es macht die situation nicht glücklicher.
Es fördert natürlich den Schnurverkauf ,bis man das Gewicht hat wovon man meint das es je nach eigenem Vermögen und Ladefähigkeit der Rute passt.
Demzufolge ist nach wie vor das CCS Messsystem eines der Besten theoretischen Messysteme um einigermassen zu wissen welche Option die jeweilige Rute verträgt ,
beste Grüsse,
Rolf

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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Chinook » 17 Okt 2008 19:28

Hi,
die CC-Messung ergibt, meiner Meinung nach, einen Wert (eh. Intervall) dafür,
welche Schnurklasse für die Rute tauglich ist. Nun stimmen aber die Schnurklassen
nicht wirklich und ich bin kein Stück weiter.
Ein anderes Problem ist, dass manche Schnüre nicht nur schwerer, sondern
auch zwangsläufig dicker geworden sind. Es ist halt eine Gratwanderung zwischen
Gewicht und Schwimmfähigkeit.
Blöd ist nur, dass es auf manchen Rollen oft recht eng wird.
Auch verzichten viele Hersteller mittlerweile, bei der Angabe des Fassungsvermögens
der Rolle, auf das DT-Äquivalent ... also nur noch WF angaben ...

So long

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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Rolf Renell » 17 Okt 2008 22:53

...gleiches was ich meine ,wenn du mit CCS auswiegst unabhängig vom Intervall,bekommst du neben der ERN zumindest eine Gewichtsangabe ,dann wärst du gezwungen deine Schnüre auszuwiegen,was logischerweise nicht geht vor dem Kauf.Es krankt da an einigen Ecken,dazukommt das ein effektiver Doppelzugwerfer hier auch wieder optimieren würde und durch den tieferen Flex durchaus eine Klasse leichter fischen würde/könnte.
Wie du sagtest ,WF bestimmt - Produktion und Abnahme liegen ab der Klasse 5 aufwärts mittlerweile bei ca. 75% Marktanteil an Tapern ,
beste Grüsse,
Rolf

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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Jondalar » 18 Okt 2008 00:10

Die letzten Postings sind wieder was für insider. Da braucht man ja ein Lexikon um etwas zu verstehen. :roll:
Grüsse von der Donau

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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Chinook » 19 Okt 2008 14:17

... jetzt sieht Du mal, wie es ist, wenn in den anderen Angelsparten beispielsweise
Wobblereigenschaft diskutiert werden ... kleine Hähme beiseite ...
Dafür ist ein Forum da, Fragen zu beantworten. Lass' mal das Lexikon, eine kurze
Erklärung hier:
Es gibt eine Daumenformel, wie schwer eine Fliegenschnur im Mittel sein sollte.
[Formel] (K + 2) * 1,3 gr, wobei K die Schnurklasse, wie auf der Verpackung
aufgedruckt ist. Wiegt man das vordere Drittel der Schnur, also die ersten 10 ft,
bzw. 9,14 m, so sollte das Ergebnis ungefähr dem der Formel entsprechen.
Beispiel: K = #5, also (5+2)*1,3 = 9,1 gr.
Unter Berücksichtigung einer Toleranz kann man so die tatsächliche Klasse
einer Schnur überprüfen.
Kurzfassung zu den obigen Beiträgen: Wo z.B. Klasse 5 drauf steht ist manchmal nicht Klasse 5 drin.
Die CC Messung ist ein Verfahren mit der man die Tatsächliche Klasse einer
Rute (auch selber) bestimmen kann oder besser in welchem Klassenbereich sich eine Rute
bewegt. Bei dem Verfahren werden auch Flexeigenschaften u.a. berücksichtigt.
Ergebnisse von CC sind Kennzahlen bzw. Kennzahlenintervalle.
Um die Eigenschaften von Rute und Schnur optimal abzustimmen und zu nutzen
sollten Rutenkennzahl und "Schnurkennzahl" möglichst gut zueinander passen.
Wenn man selber Ruten baut ist das Verfahren schon was Wert, da ja auf
dem Bambus nicht die Klasse aufgedruckt ist. ;-)
Übertragen auf andere Angelmethoden: Eine Spinnrute mit 10 gr Wurfgewicht
sollte nicht mit einem 200 gr Pilker geworfen werden.

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Re: Konfektionsgrößen

Beitrag von Hartmut » 19 Okt 2008 16:01

Es gibt eine Daumenformel, wie schwer eine Fliegenschnur im Mittel sein sollte.
[Formel] (K + 2) * 1,3 gr,
Passt leider nur für die Klassen 1 - 6. Die Schnurgewichte für höhere Schnurklassen müssen wir notgedrungen auswendig lernen.

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