Eis angeln in Manitoba bei -30

Von nah bis fern

Moderator: Thomas Kalweit

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Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von wbeitler » 14 Nov 2013 17:27

Wenn bei uns der Winter einbricht ist es oft Ziehmlich ungemütlich da draussen, aber desto gemütlicher drinnen. Man sitzt gerne vorm Fenster und guckt nach Draussen wie der Schnee fällt oder sogar starke Verwehungen hinterlässt, oft tobt ein Schneesturm über die Prerie und es wird für meincheinen sehr Gefährlich wenn er gerade unterwges ist, da sitzt man doch lieber daheim und geniesst eine Tasse warmen Kaffee. DOCH nicht für einen der sein Hobby ernst nimmt und sein Spass haben muss, auch ist es äusserst Langweilig den ganzen Winter, der bei uns leider bis zu 6 Monate lang sein kann vor dem Fenster zu sitzen und Kaffee zutrinken.
Ich habe mit einem Freund und seine Jungs sich auf die Reise gemacht. Früh Morgens so ca 5 Uhr ging es los. Wir packten unsere Utenzilien am Abend davor, damit wir auch garnichts vergessen, denn man Fährt nicht nach 2 Stündiger fahrt zurück um irgend etwas zu holen.
Wie ich schon gesagt hatte die Fahrt dauerte 2 Stunden bis wir entlich angekommen sind, vor uns der Mose lake (See) das gerne beangelt werden will. So packten wir unsere Sachen auf die Schlitten und zogen los. Zufuss durch hohe Schneemassen, bis wir nach einpaar hundert meter die Angelstelle erreicht hatten. Wir orientierten uns an die Schelter die, die Angler vor uns auf dem Eis aufgebaut hatten. Schelter sind kleine Buden aus holz oder kleine Wohnwagen die die Angler zum Angeln benutzen sie machen löcher in den Fussböden und können im Warmen sitzten und Angeln. Die Buden sind mit kleinen meistens selbst gebauten Kaminöffen versehen.
Wieso wir uns daran orientieren ist ganz einfach weil meistens da sind auch die Fische, denn es stellt keiner eine Hütte auf wo er nicht genau weiss dass da die Fische sind und die Stellen sind oft angefüttert.
Am Platz angegekommen hatten wir erst mit dem Eisborer Angellöcher ins Eis gebort. Wir machten folgentes: Ein paar Löcher wurden in der Mitte gebort und dann mehrere in einem abstand von ca 10 bis 30 Metern rund um. Die Strategie ist einfach, man Angelt in der Mitte auf Köderfische und bietet sie dann am Rande wider an. Aber bevor wir überhaubt anfingen müssten die Löcher frei gelöfelt werden bis man ganz klar das Wasser sehen konnte. Dazu wird eine Kelle mit löcher verwendet. Als erstes nahmen wir die kleinen Ruten die Zuhause fertig montiert wurden und angelten auf die kleinen Barsche. Die Montage ist auch nicht schwer mini Jig oder einen kleinen Hacken mit Maden bestückt und dann aufgepassen, weil die Barsche sehr vorsichtig sind. Am besten man nimmt eine alte Matratze oder ein Stück Styropor mit und man legt sich direkt aus Eis und guckt beim Angeln ins Loch, meistens sieht man den grund und die Fische wie sie an den Köder picken, sie inhallieren den Köder und spucken ihn wieder aus. Es ist besser wenn man es sieht, weil man sonst nichts merkt wie die Barsche den Köder inhalieren. Sobald sie den Köder inhallien, setzt man den Anschlag. Soschnell wie möglich wir der kleine Barsch in der hand warmgefalten weil sie bei minus 30 in sekunden einfrieren. Da bei und lebendige Köder erlaubt sind, wird es auf einer Hechtmontage im anderen Loch, was am rande ist wider angeboten. Es sind besondere Angeln mit Fähnchen, wenn ein Hecht beisst, sieht man von Weitem das Fänchen was aufgegangen ist und man kann dem entsprechend reagieren.
Nach der Weinachtzeit wenn das Eis dicker ist kann man mit einem Geländewagen, quat oder snowmobiele direkt zum Angelplatz fahren und man kann da auch weiter auf grössere Seen hinausfahren. So wie wir ca 6 km auf dem Eis zu einer besonderen Stelle gefahren sind. Wichtig dass man Allrad Antrieb hat und der Wagen hochgelegt ist, sonst bleibt man im Schnee, was teilweise bei 50 cm auf dem Eis ruht stecken. Bei minus 30 und vielleicht alleine auf dem Eis stecken bleiben kann lebens gefährlich werden. Deswegen fahren wir meistens in kleinen Gruppen raus. Da es am Anfang der Winterzeit oft das Eis nicht dick genug ist, passiert es öfter das irgent ein Trottel sein Fahrzeug am Gewässerboden lässt, deswegen als Tip wenn man solch eine Tuor mit macht, dass man volgendes beachten. Es muss mindestends 2 bis 3 Wochen minus 20 sein, dann kann man aufs Eis und probe weise Löcher bohren und die dicke des Eises messen, wenn die Eis dicke bei einem Meter ligt kann man dann befahren. Meistens gucke ich ob schon grosse pickups oder schwere Gelände wagen auf dem Eis sind. Dann weiss ich, dass ich mit meinem mittlern Geländewagen sicher bin. Ich würde es jedem wünschen das mal ausprobiert zu haben, es mach wirklich sehr viel Spass.
.
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Re: Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von Fishermanslure » 15 Nov 2013 15:58

Hochinteressanter Bericht über eine Angelart, die hier in Deutschland kaum jemand ausüben kann/darf, erst recht nicht mit ner Behausung auf dem Eis oder gar einem Fahrzeug, das ist hier nicht denkbar.

Dafür sind unsere Winter meistens halt auch deutlich kürzer. Danke für deinen Bericht!
Grüßle
Rainer
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Re: Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von wbeitler » 16 Nov 2013 19:30

Ja hast recht in Deutschland gibe es so gut wie kein Eis und wenn es auch ein bischen friert da kann man auch teilweise nicht mal zufuss drauf. deswegen berichte ich es auch von Manitoba aus Canada wo es schon mal bis minus 50 geht und die Eis dicke so bei 120cm liegt es ist zwar schwierig die mit einem Handbohrer durchzubohren aber machbar, vielle habe einen Benzin eisbohrer damit geht es viel schneller.
Aber trotz dem kann man dass auch ausprobieren wenn man einen Eisangel urlaub nach Canada oder Sebirien oder Norwegen plant, und ich kann es nur einen jeden Angler kollegen es wünschen dass mit gemacht zu haben, den es mach viel spass. Es ist ja auch nicht nur der Fang so genial sondern versuche einen Meter Hecht aus einem 6 inch loch herauszu holen wenn er sich wehrt und dass noch ohne wiederhacken. Oft passiert vorallem bei den Anfänger dass der Fisch seine Schnautze gegen das Eis stämt und somit verloren geht.
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Re: Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von e$$oxX » 17 Nov 2013 21:46

Hey!

Ja, das klingt echt spannend! :)
Ich hab das bisher einmal auf einem Privatsee ausprobiert, aber irgendwie hatten wir nicht so richtig das nötige Vertrauen. Es hat sich schon irgendwie komisch angefühlt, sich für eine Stelle von vielleicht 10-20 cm Durchmesser zu entscheiden und dann darauf zu hoffen, dass genau an dieser Stelle ein Fisch ist, der dann auch noch beisst. So wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen... ^^. Wie findet man denn eine vielversprechende Stelle beim Eisangeln, wenn nicht schon andere Angler da sind?

Wir haben konsequenter Weise auch nichts gefangen, aber eine Riesengaudi hatten wir, weil wir irgendwann dazu übergegangen sind, aus Holz und altem Kerzenwachs ein Lagerfeuer auf dem Eis zu machen. War schon cool, zum Schluss schwamm unser Feuer auf einer Pfütze die wir ins Eis geschmolzen hatten :mrgreen: :mrgreen:. An der Stelle war das Eis danach ein paar Zentimeter dünner, aber wenigstens haben wir nicht mehr so gefroren.

Gruß,
Simon
"Haben Sie die Fische, die Sie hier im Eimer haben, alle allein gefangen?"
- "Nein, ich hatte einen Wurm, der mir dabei half."

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Re: Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von wbeitler » 17 Nov 2013 22:15

jA auch auf Gewässer die Wenige beangeln waren wir auch und da den hot spot zufinden ist etwas schwieriger. Meistens Weiss man dass die Fische im Winter vorallem wenn es so kalt ist wie bei uns sich in den tiefsten stellen befinden. So macht es Sinn im Sommer die stellen mit dem boot abzufahren und sie loten oder man holt sich eine tiefen karte und guckt wo die tiefsten stellen sind. Sicherlich wenn man nur im Winter einen urlaub macht und das Gewässer nicht kennt geht man folgende strategie an.
Man bohrt viele Löcher vielleicht so 20 je nach Gewässer grösse, von Ufer bis zur mitte in einem abstand von 5- 10 metern von einander entfernt und man streut ins jede loch eine priese maden hin ein. Dann geht man von loch zu loch und lotet. gefallen dir die Stellen makiert man die Z.B. man steckt ein ast oder man macht irgend ein zeichen in den schnee neben dem Loch. hat man alle löcher gekennzeichnet, beangelt man systematisch die Löcher mit einem Jig, vertical. dazu setzt man ambesten natur köder auf den jig hacken wie kleine fische oder maden, es geht auch mit kunstköder. Man beangelt die Löcher nicht mehr als 5 min, wenn da nichts beisst geht man zum anderen für 5 min und so weiter. Hat man da was gefangen angelt man weiter, wenn es nicht mehr beisst an der stele, makiert man es wieder.
So hat man vielleicht aus den 20 löchern 5 rausgefunden wo was geht und beangelt sie intensiever.

sicherlich ist es schwieriger einen hot spot zu finden aber mit dieser strategie ist es möglich.

p.s. gebt darauf acht in welchen tiefen sie beissen, meistens 10- 20 cm über dem grund.
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Re: Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von wbeitler » 16 Dez 2013 07:57

ALSO Jungs es geht bald los hoffe nach Weihnachten kann ich meine rute wieder schwingen :D
Wir hatten schon satte minus 35 hoffe dass das Eis dickgenug ist um Angeln zufahren.
wollte dieses Jahr folgende gewässer befischen, Caddy lake auf dicke barsche, Buffelo bay auf Musky(Hecht) und vielleicht ein oder den anderen Zander revier mal gucken. Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und ein dickes Petri. Will mal berichten was daraus geworden ist, wenn alles gut läuft steht der 28te als angel tag fest :D
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Re: Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von ct » 16 Dez 2013 11:03

Sehr interessanter Bericht.
Die Köderfische werden im Schelter gefangen, aber die eigentlichen Ruten sind draußen, dann muß man ja bei -30°C bestimmt alle 20 Minuten aus dem beheizten Schelter raus und die Löcher vom Eis frei machen, oder nicht?
Ein Leben ohne Angeln ist möglich, aber nicht sinnvoll:-)

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Re: Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von wbeitler » 17 Dez 2013 10:18

ja es kommt drauf an wenn wir im shelter angeln versuchen wir auch dadrine zu bleiben da bohren wir einfach 3-4 löcher neben einander. Oder wie auch beschrieben werden die löcher draussen gebort da heist es dann alle paar min nach schauen und frei löffeln oder man nimmt ein stück styropor schneidet da ein loch rein (für die schnur) und deckt die eis öffnung ab, so dass die schnur und die Angel den biss anzeigen können und der Rest unter dem eis abgedeckt wird. Trotzdem muss man spätestens nach einer stunde nach gucken ob dass loch eingefrohren ist oder nicht. Wenn es natürlich bei minus 30 und noch windig ist frieren die löcher schneller zu, manch mal sitzt man da und schöffelt alle paar minute die eis klommpen aus dem Wasser. Aber es macht doch einen risen Spass, es ich nähmlich das Angeln etwas anders als sonst. :wink:
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Re: Eis angeln in Manitoba bei -30

Beitrag von wbeitler » 24 Dez 2013 03:59

entlich war es am Samstag so weit habe mich bei minus 24 aufs eis getraut wir mussten durch ca 50 cm dicke eisschicht bohren und dass bei der Kälte haben uns ywar beinahe den hintern abgefrohren aber leider nichts gefangen :( trozdem habe ich ein paar fotos von meinem Handy gemacht.

http://imageshack.com/a/img585/1702/l28e.jpg
http://imageshack.com/a/img28/2631/jufy.jpg
http://imageshack.com/a/img43/5071/db7u.jpg
http://imageshack.com/a/img11/9137/ckdr.jpg
http://imageshack.com/a/img834/4221/irh9.jpg
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