"Backing" und worauf man achten sollte

Von der Schnur bis zum Räucherofen

Moderator: Thomas Kalweit

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"Backing" und worauf man achten sollte

Beitrag von Team Hiroshi » 17 Mai 2009 11:29

Hallo Sportskollegen/-,innen!

Meinem autorisierten Fachhändler spreche ich wirklich nichts ab,- ist er doch immer fair und freundlich, und verfügt er doch auch über langjährige Fachkenntnisse etc. etc. etc....... ABER:

Wenn ich so zugucke wie das mit dem Befüllen einer Leerspule abläuft,- und mag er sich noch so anstrengen, so hängt doch alles von einem gewissen manuellem Geschick ab. Die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig, denn ich habe auch schon Leerspulen Richtung Hamburg geschickt, um sie dort fachmännisch befüllen zu lassen,- dies aus Gründen von diversen Schnurtests (Mein Händler hat halt auch nicht ALLES). Die Ergebnisse waren teilweise ebenso mangelhaft, und so manches Päckchen ging schnell wieder zurück.- Ich kann und möchte da auch nicht auf den Handel schimpfen, wenn doch die Schnurspulautomaten in der Zeit irgendwie stehen geblieben sind.

Eines habe ich jedoch gelernt: Ich nehme nie die Originalrolle beispielsweise einer 2500-er mit. Besser ist es die Schnur auf eine verhältnismaßig große
E-Spule aufziehen zu lassen (Ultegra & Co o.ä.), weil der größere Durchmesser bessere Ergebnisse bringt (weniger Umdrehungen weniger Drall, weniger Lagen - weniger Druck.
Monoschnüre von der Großspule laß ich hier mal aus, das ist jedermann selbst überlassen......also bleib ich mal bei den teuren Geflochtenen - ebenfalls von der Großspule.

Alle 1-2 Jahre wird die Schnur gewechselt, und wenn ich die E-Spulen mit einbeziehe geht das schon an ein Sümmchen heran, wo man sich alternativ seine "Traumrolle" kaufen könnte. Hilft aber nichts,- man braucht sie,- und waidgerechtes Denken (lieber eher wie zu spät) sollte auch immer im Vordergrund stehen.

Jede Rolle voll zu machen mit der Geflochtenen geht ins Geld,- bedenkt man doch wie viele 100 Meter da draufgehen, also werden meist 150 Meter zum Spinnfischen geordert. Klar gibt es hier Ausnahmen. aber ich gehe vom heimatlichen Gewässer aus, und das dürfte wohl bei den meisten Anglern ebenso sein.

Der Händler frägt uns also, und Backing ist beschlossene Sache, nur was zieht er uns da eigentlich auf!? Seit mal ehrlich, manchmal wissen wir´s gar nicht - außer, dass es eine Mono ist. Im Laden tummelt sich der eine oder andere Kollege mit dem wir in der Zwischenzeit fachsimpeln oder nach neuen Ködern stöbern. Am Wasser dann verfluchen wir so manche erste Würfe, denn entweder springen Bögen über, oder das Zeugs verheddert sich.

Aus diesem Grunde mach ich das seit längerer Zeit anders, und habe hier gute Erfahrungen gesammelt mit weit aus weniger Störfällen.

Wir erinnern uns: Auf große Spulen aufspulen, und zuhause dann auf der Rolle wo´s drauf soll ruhig erst mal eine 30-er als Backing verwenden,- ABER:
Ich verschaffe mir bis zur Aufnahme der Geflochtenen erst mal einen Übergang indem ich nach der 30-er eine beispielsweise 16-er weiter aufspule. Freilich verknote ich sie erst mit der 30-er, wobei der Knoten Nebensache ist. Da tut´s jeder Standardknoten. Einen entscheidenen Vorteil bringt das ganze, denn: Ich verschaffe einen nahtlosen lückenfreien Übergang, der nicht wie bei der 30-er - eine tiefe V-förmige Furche hinterläßt.
Das heißt: Die Lücken werden großteils geschlossen, und an die 20-30 Meter der kostbaren Geflochtenen können nicht in die Lücken rutschen und im schlimmsten Fall durch Verrutschen der 30-er überlagert werden.
Hiermit schaffe ich das Grundfundament zur weiteren Aufnahme der Geflochtenen, die ich erst am inneren Rand einer der Spulenseiten (R oder L) erst mal verknote, einige Lagen gerade per Hand auf die Spule wickle, um dann die Kreuzwicklung (oder andere Spulenwickeltechniken) drauf arbeiten zu lassen. Dabei werden die von mir per Hand "gerade" gewickelten Lagen ja schräg oder kreuzweise nochmal von der Geflochtenen niedergedrückt. Nach ein paar Kubelumdrehungen die ich nun weiter mit der Rollenkurbel aufziehe markiere ich mit dem Permanent Maker (Edding o.ä.) in Abständen von 0,5 m drei mal die Schnur. Sollte es 1:100 mal vorkommen, dass das Schnurende mal erreicht wird, habe ich hier eine gute optische Rückmeldung dass bald schluß ist, und außerdem drücken immer noch genügend Meter auf die Geflochtene sowie auf´s Backing, ohne dass ich mich dann noch weiter auf den viel weiter dahinter liegenden Knoten auch noch verlassen müßte.

Im Gesamtkonzept erreiche ich eine klasse Schnurverlegung bis auf den letzten Meter, und dies mit einem hohen Maß an Verläßlichkeit sowie Abrollverhalten.

Viele Grüße!

Florian

P.S.: Besser ist immer - sich abgepackte Schnüre 110m/270m o.größer in den Blistern der Originalhersteller zu kaufen, da die Lagen dann nicht auf E-Spulen erst zwischengelagert werden müssen sondern gleich auf die Rolle kommen wo sie drauf sollen, wenn möglich die Zwischenlage der Mono kleiner wählen als die Geflochtene
Der etwas höhere Preis entschädigt vor Ausfällen und Ärger, und selber kurbeln ist allemal besser






:wink:
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Re: "Backing" und worauf man achten sollte

Beitrag von Ulli3D » 17 Mai 2009 13:56

2 kleine Anmerkungen,

1. Warum wechselst Du die Schnur alle 1 - 2 Jahre, ist die dann schon runter oder warum. Bei Mono, OK, aber bei geflochtener hält die Schnur doch "ewig" und wird eigentlich doch nur durch Verschleiß kürzer wird. Selbst das hab ich eigentlich kaum noch, seit ich beim Spinnfischen zwischen Gefecht und Vorfach 3 bis 4 Meter Mono zwischenschalte.

2. Üblicherweise sind bei Rollen immer Ersatzspulen bei, die nur in den Kisten rumliegen. Wenn eine neue Schnur aufgespult werden soll, dann nehme ich die Ersatzspule, spule erst die Geflochtene auf und knote daran das Backing. Wenn die Spule ordentlich gefüllt ist, wird von der Ersatzspule auf die Originalspule umgespult. Wenn man beim Aufspulen die Schnur durch einen alten Lappen laufen lässt, Vorsicht, die jeweils gültigen Regelungen der finnischen Regierung zum Einsatz von alten Lappen beachten :lol: , dann ist die Schnur ordentlich und auch entsprechend stramm auf der Spule. Und niemals mit einem Spulgerät aufspulen, das bringt bei den modernen Spulenhubsystemen nichts. Wenn man keine Lust hat, selber zu bespulen, dann eben bespulen lassen, an den nächsten Fluss ghen, einen Schwimmwobbler abtreiben lassen und, wenn die rolle fast leer ist, wieder einkurbeln. Dann sollte auch das Wickelbild stimmen.
Petri Heil aus Sankt Augustin

Ulli

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Re: "Backing" und worauf man achten sollte

Beitrag von cybride1 » 17 Mai 2009 16:45

Hi,

Meine Meinung nach bringt das Bespulen vom Fachhändler gar nichts. Das hat ein Jahr lang gehalten, dann traten zu den 2 - 3 Perücken die sowieso dar waren Knoten auf, die man nur rausbekam, in den man von 100 m 63 runter macht :evil: . Seit dem bespule ich meine Ruten immer selber und hab nun keine Probleme. :D
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Re: "Backing" und worauf man achten sollte

Beitrag von KevPike » 17 Mai 2009 23:28

Servus,
ich unterfüttere meine Rollen mit 0,22mm Monofilschnur und spule dann ca. 150m geflochtene drauf.

@Ulli3D: Ich erneuere meine Schnüre jedes Jahr,
weiß nicht, mach das schon immer so und vermutlich nur für´s Gewissen :lol:
aber naja, muss ja jeder selber wissen wann er seine Schnüre erneuert :lol:

Liebe Grüße Günther
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Re: "Backing" und worauf man achten sollte

Beitrag von Beliebt » 18 Mai 2009 08:36

Durch die Kreuzwicklung kann doch bei straffem Aufspulen gar kein Geflecht zwischen das Backing rutschen. Verläuft doch im ganz anderen Winkel.

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