Zanderfang vol.2

Von der Schnur bis zum Räucherofen

Moderator: Thomas Kalweit

reverend
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Beitrag von reverend » 26 Aug 2003 00:52

So. Nun mache ich auch einen neuen Thread auf - ohne meinen Namen in den Vordergrund zu stellen.
Und - in Anlehnung an die Waller - Competition in der vorletzten FuF (Kunst - gegen Naturköder) möchte ich Euch einmal fragen, was denn bei Zandern besser fängt:
KöFi auf Grund bzw. an der Posenangel?
Oder Spinnfischen mit Twistern, Shads und Spinnern?
Meine bisherige Erfahrung war, dass erstere Methode entweder viel Frust oder nicht unwillkommene Beifänge bringt, aber keinen Stachelritter. Mit der zweiteren habe ich überhaupt noch keine Erfahrungen, da vereinsinterne Regeln Spinnfischen an diesem Gewässer erst ab 1. Oktober erlauben.

[ 25. August 2003: Beitrag editiert von: reverend ]

Snoeker
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Beitrag von Snoeker » 26 Aug 2003 10:26

Moin Rev,
das ist so wie vieles im Leben:
>>> ES KOMMT DRAUF AN.
a: aufs Gewässer
b: Jahreszeit
c: Tageszeit
d: persönliche Überzeugung vom Köder, soll heissen, jemand der generell nicht gern mit KuKö fischt, tut dies wenn er es tut meist nicht richtig und dann geht auch nichts.

Ich persönlich bin ein absoluter Fan vom Ansitzen, ergo bevorzuge ich den KöFi. Bsp.: bei uns am See hat zum August der Raubfisch aufgemacht. Ich also am 2.08. raus mit Spinnrute (ja sowas hab ich) an den See, am Parkplatz dann erste Gedanken: scheisse, jetzt um den See laufen, Gerödel dabei, schwitzen etc. Dann zichmal ausgeworfen und nichts, kommt ein Kollege auf die kl. Insel im See (war ich auch und hab 2 Blinker versenkt), ich unterhalt mich und sag da geht nichts. Er schmeisst 2mal an dieselbe Stelle wie ich und hat nen 89cm Hecht dran. Er hat halt mal hoch, mal tief geführt und hatte ihn dann. Ich war noch nicht mal böse, hat mir nur wieder gezeigt, das ich die Spinnrute für einen meiner Söhne gekauft habe. Am Abend bin ich dann nochmal raus, Rute mit Köfi ausgelegt (Grund, Ryderhaken,Piepser), 1,5h gesessen und dann nen Wels von 118cm mit 18pf gelandet. Das hat mir wieder deutlich gemacht, dass für mich das Ansitzen das Richtige ist.

Til ist ja der Verfechter des Spinnfischens (par excellence) und hat hier seine Erfolge und seinen Spass.

Grüsse

Rainer
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reverend
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Beitrag von reverend » 26 Aug 2003 11:20

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat
1,5h gesessen und dann nen Wels von 118cm mit 18pf gelandet.
Hallo, Rainer!
Erstmal Gratulation zu dem Superfisch!

Was Die Allternative Kunstköder/Naturköder angeht, bin ich überhaupt nicht festgelegt.
Denke aber, dass man beim Spinnfischen die richtige Führungstechnik nur durch viel Übung lernt, bis man es so gut beherrscht wie Til ...

Snoeker
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Beitrag von Snoeker » 27 Aug 2003 02:55

herzlichen Dank für den Dank. Wegen der Führungstechnik: ich meinte damit nicht unbedingt Jerks / besondere Spinner oder schwierige Wobbler. Ne, ein ganz einfacher FZ. Da gibts nicht sehr viel zu lernen - glaub ich zumindest. Aber mir gehts auch gar nicht um die Führung, selbst wenn ich da ein Ass wäre, hät ich lieber meinen Stuhl/Kissen, meine Rutenauflagen und meine Kühlbox beim Ansitzangeln als das Rumgelaufe. Mich nervts ja schon, wenn alle 1 h mal ein Spaziergänger vorbeikommt und ich nicht auf den Schwimmer schauen kann (oder einen demensprechend angenehmen Hintergrund). Spinnfischen ist einfach nichts für mich. Bsp. letztes Jahr 6 Zander mit nem Gummi-Teil aus dem Kanal geholt, Freude hats mir keine grosse gemacht (obwohl der grösste stattlich 84cm war). Heuer einen einzigen (51cm) im Kanal mit Schwimmer, war einfach genial: Schwimmer wippt auf und ab, zieht dann Richtung Mitte, du gibts vom offenen Bügel Schnur, dann bleibt er stehen (ca. 40cm unter Wasser - der Schwimmer), du wartest, dann geht er wieder, du gibst Schnur, er bleibt wieder stehen, vorsichtig schließt du den Bügel, nimmst Fühlung auf, zupfst an deiner Schnur (telefonierst quasi mit ihm) er zupt zurück - das Signal - Anhieb. Kurze Gegenwehr, heranziehen wie einen Lappen, er kommt in Keschernähe, leichtes oeffnen der Bremse, Entlastung der Rutenspitze, er sieht den Kescher - ein letzter Schnalzer - dann über den Kescher gebracht, selbigen anheben und es es vollbracht = ca. 5-10 Minuten Nervenkitzel, List, Adrenalin, Freude, Spannung, Erwartung und noch mehr (fast wie ein Orgas....nur viel länger). Beim Spinnfischen: einwerfen, einholen/zupfen/springen lassen, Kontakt, Anhieb und er sitzt oder er sitzt nicht. Zeitdauer: ca 1-2 min pro Wurf = ich sags jetzt nicht. Also jeder nach seiner Facon, meine ist und bleibt das Ansitzen und 2-3 im Jahr das Schleppen sowie 2x im Jahr für jeweils 2h das Spinnfischen (wenn im Mai die Forelle aufmacht und im Juni im Verein der Raubfisch).
So, jetzt hab ich euch aber zugetextet. Jetzt geh ich erstmal zu meinem Cheffe eine Rauchen und über die Waid quatschen (er is nämlich Jäger).

Grüsse

Rainer
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Bernie
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Beitrag von Bernie » 27 Aug 2003 23:46

Hallo Freunde,
Hallo Reverend,
das Zanderfangen ist eine ganz einfache (schwierige) Angelegenheit:
Ich persönlich mache es so:
Gegen Abend (kurz vor Sonnenuntergang) gehe ich an ein Gewässer wo ich meine, das es dort wohl Zander gibt.
Ich bevorzuge Naturköder. Kleine fingerlange tote Köderfische. Meine Montage ist mehr als simpel: Mittlere Pose, Schnur: 0.28, Vorfach: selbstgebunden 0.28 mit 0.8-er Haken. Dieser Haken wird beim Köder einfach kurz vor der Rückenflosse eingehakt.
Dann wird es schummerig - Nebelschwaden ziehen so langsam übers Wasser. Ich bin "Mäuschenstill". Da! Ein Räuber im Wasser, direkt am Ufer. Ich bin ganz still. Wehe, jetzt würde einer stören. Da! Meine kleine Pose zieht ab. - Ruhe - - - Jetzt!!! Ich schlage an: Der Zander hängt! Nur die Ruhe jetzt: GAAAAnz langsam um den Fisch nicht zu verlieren ziehe ich Richtung Kescher. - Geschafft!!!! Juhuuuu!

Bild

Bernie
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reverend
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Beitrag von reverend » 27 Aug 2003 23:56

Genau, Bernie!

Hier gehört es hin.
Darum wiederhole ich auch meine herzliche und neidlose Gratulation an Dich und Deine Vika zu dem wirklich schönen Fisch!
Meine Frage nach der Angeltechnik hat sich nun auch erübrigt:
Genauso wir Ihr hab ich's bisher auch gemacht. Dann kann der Erfolg ja nicht mehr lange auf sich warten lassen.

@all:
Im Angelfachgeschäft habe ich extra Zandervorfächer von D.A.M. entdeckt - 70cm geflochtene braune Schnur mit Stahllitze drin - falls doch ein verspäteter Hecht draufrumpelt. Angeblich auch für den Zander schwer zu erkennen. Habt Ihr Erfahrungen damit?

[ 27. August 2003: Beitrag editiert von: reverend ]

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Beitrag von Bernie » 28 Aug 2003 00:31

Hallo Freunde,
hallo Revererend,
danke für Dein Petri,
also so einen Zander fängt man nicht jeden Tag. Wer anderes behauptet ist irgendwie nicht ehrlich.

Doch: Man kann diese Fische fangen!

Ich selber war nach vielen Forellenangeln bei uns im See mehr als überrascht bei unserem relativ kurzem Ansitz mitten in der "Öffentlichkeit" in Holland unter der "Mercedesbrücke" in Veendam diesen schönen Zander keschern zu können.
Da zeigt es sich mal wiedet:
Stellen wo "keiner gerne hingeht" sind die fängigsten - oder?

Bernie
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Just
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Beitrag von Just » 28 Aug 2003 01:12

Naja Snoeker, so hat halt jeder seine Empfindungen [img]images/smiles/icon_wink.gif[/img]
Für mich geht nix über's Spinnfischen, auch nicht das Fliegenfischen.
Man fischt bei fast allen Angelarten auf Sicht - oder wartet. Beim Spinnfischen kommt der Biss normalerweise plötzlich und mehr oder weniger explosiv, da wird dann hochgradig Adrenalin durch den Körper gepumpt. Wenn ich ansitze oder mit der Fliege auf einen steigenden Fisch werfe (ich nehme das Nymfenfischen mal aus), dann ist das Ganze irgendwie auszurechnen. Es ist zwar eine gewisse Spannung da, wenn die Pose abtaucht oder die Fliege eingeschlürft wird, aber es nicht der "Kick", wie beim Blinkern. Im ersten Fall warte ich halt einen gewissen Moment, bis ich den Anschlag setze, im zweiten Fall sehe ich den Fisch normalerweise sogar, wenn er nach der Fliege steigt, da ist dann die Spannung "nimmt er, oder nimmt er nicht".
Beides ist kein Vergleich zu dem eruptiven Biss (oder Hänger ?!) beim Spinnfischen, der meistens unberechenbar und unvorbereitet "einschlägt", denn die Spannung bzw. Konzentration lässt nach einigen Würfen nach, da kann einer behaupten, was er will. Da kommen dann die reinen Reflexe und die Erfahrung zum Zuge, die zwischen Landung und "Flötengehen" eines Fisches entscheiden. Was ich gehakt habe, kann ich meistens ziemlich sicher während des Drills bestimmen, ohne den Fisch gesehen zu haben, aber das kann ich auch beim Ansitzfischen, jede Fischart hat ihr eigenes Verhalten.
Der grösste Reiz für mich liegt beim Spinnfischen.

Bernie
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Beitrag von Bernie » 28 Aug 2003 01:44

Tja Just so is es nun mal:

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Für mich geht nix über's Spinnfischen, auch nicht das Fliegenfischen.
Man fischt bei fast allen Angelarten auf Sicht - oder wartet. ...
<HR></BLOCKQUOTE>

Der eine so der andere so - Eine Gemeinsamkeit haben wir aber alle:

Wir sind Sportfischer.

Ein tolles Petri:

Bernie
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Beitrag von Snoeker » 28 Aug 2003 10:25

Sorry Bernie,
aber bei uns (zumindest bei denen mit denen ich Angeln gehe) ist der Ausdruck Sportfischer verpönt.
@ Jupp: nix für ungut, natürlich ist es ein Kick, wenn urplötzlich ein Hänger simuliert wird, man anschlägt und dann merkt, hoppla war kein Hänger - ist ein Fisch. Ich hab halt das Gleiche, wenn die Pose abtaucht oder der Affe zu steigen beginnt. Nur bin ich halt von der fauleren/bequemeren Fraktion, die gerne sitz/steht/liegt oder ein Pläuschchen mit dem Spezl hält. Natürlich hat es auch seinen Reiz, beim Fischen die Landschaft zu erkunden - hier ist Spinnfischen hervorragend zu geeignet. Jedoch trifft mich das weniger, da ich da wo ich jetzt bin geboren wurde und aufgewachsen bin und beinahe jede Weide "von klein auf" kenne. Ausnahmen sind dann da, wenn wir ein neues Gewässer dazu bekommen. Hier erfolgt der erste Rundgang mit den Hunden, der zweite mit der Spinnrute und dann werden Ansitz-Plätze gesichtet und das wars dann mit dem Spinnern. Es ist halt wie fast alles im Leben: Geschmackssache, und über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich oder eben nicht streiten.

Grüsse

Rainer
Tight Lines & Grüsse

Rainer

Just
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Beitrag von Just » 28 Aug 2003 11:17

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat
Es ist halt wie fast alles im Leben: Geschmackssache ...
Na klar, Snoeker, da stimme ich Dir voll und ganz zu. Du hast aus Deiner Sicht die Vorzüge des Ansitzens beschrieben, ich die des Spinnfischens.
Das Nassfliegenfischen habe ich übrigens ausgeklammert, weil es dabei andauernder hoher Konzentration bedarf, da der Biss normalerweise nur über ein ganz kurzes verändertes Verhalten der Schnur im Wasser angezeigt wird - das ist auch Hochspannung.
Diese vielfältigen Möglichkeiten (Trockenfliegenfischen nicht vergessen, auch das hat seine eigenen Reize) machen unsere Passion so interessant und halten uns doch im wahrsten Sinne des Wortes "bei der Stange".
Jeder kann nach seiner Passion glücklich werden - solange es sich im Rahmen der Legalität bewegt und nicht die Freiheit eines anderen einschränkt.

Der Begriff "Sport" im Zusammenhang mit Fischen oder Angeln ist bei uns (bei mir sowieso) auch gestrichen, inzwischen sogar aus dem Vereinsnamen.
Wir hatten das auch schonmal als Diskussionsthema, wen's interessiert, der kann es nachlesen unter
Ist Angeln ein Sport ?

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Beitrag von Snoeker » 28 Aug 2003 12:46

äh, manchmal gerade ich in einen Schreib"flash", da wirds dann wohl etwas direkter oder ich verhaue die Namen, wie eben (Jupp=Just). Sorry

Grüsse
Rainer
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Beitrag von Just » 29 Aug 2003 02:33

Hi Snoeker, "null Problemo" - würde auch dieser stark behaarte katzenfressende Fuzzi von diesem anderen Planeten sagen ... [img]images/smiles/icon_wink.gif[/img]

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Beitrag von Matze Koch » 30 Aug 2003 15:24

Zitat Bernie:

"Da zeigt es sich mal wiedet:
Stellen wo "keiner gerne hingeht" sind die fängigsten - oder?"


Wie soll ich das denn verstehen, Bernie? Die Mercedesbrücke ist eines der am stärksten frequentierten Zanderreviere in Holland die ich kenne... Nur noch gechlagen, von dem Wehr, 500 Meter weiter.

...und von den Deutschen wird da leider sehr sehr viel Raubbau getrieben! Das ist in ganz Nord-Holland bekannt. Sogar Jan Eggers hat schon darüber geschrieben.
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There´s a fine line between fishing and sitting there looking stupid!

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Beitrag von Just » 31 Aug 2003 01:12

Heute Abend war ich mal wieder auf Zander draussen. Die Temperaturen dürften jetzt, bei sternenklarem Himmel, so um die 7°C liegen - von einem Extrem ins andere, echt erfrischend.
Ich hatte ein kleines Aitel drauf, ca. 9-10cm und sass an der Stelle, an der ich bis zuletzt die Krebse gefüttert hatte. Heute kein Biss, aber auch keine Krebs-Attacke, liegt's an den Temperaturen, oder häuten sich die Kameraden gerade ?
Jetzt schau ich mir jedenfalls den Boxkampf an und dann geht's Bild

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