Erster "FISCH" der Raubfischsaison

Ob groß, ob klein - hier gehören Eure Fänge rein!

Moderator: Thomas Kalweit

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NaDa1988
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Erster "FISCH" der Raubfischsaison

Beitrag von NaDa1988 » 05 Mai 2014 22:36

Guten Tag allerseits ;)

Da ich in unmittelbarer Grenznähe zu Frankreich (Elsass --> Strasbourg) wohne, habe ich natürlich auch die französische Angelkarte (Bas-Rhin - 67). Genauer gesagt, ich habe eigentlich nur die, wenn ich mal von der vom Betrieb "gesponsorten" Gewässerkarte für den Privatsee meines Chefs absehe ;) Warum? Ich bekomme für 70€/Jahr den Rhein, die Ill und die Kanäle in voller Länge!

Da der Hecht im Elsass ab dem 01.05. wieder offen ist, war ich die letzten Tage diverse Male am Wasser, konnte am Sonntag am Plobsheimer Becken und an der Staustufe Gerstheim/Nonnenweier vier kleinere Vertreter der Gattung Esox überlisten, der größte hatte allerdings nur knapp über 50cm. Schöne Fische, aber nix was jetzt einen Fangbericht benötigen würde.

Allerdings war ich heute nachmittag wieder am Plobsheimer Becken, Ankunft war gegen 15 Uhr (musste nur bis 14 Uhr arbeiten), um mein Glück aufs Neue zu versuchen. Und diesmal sollte ich es haben, nur anders als "eigentlich" geplant.
Das Plobsheimer Becken ist ein künstliches Überschwemmungsbecken am Rhein (~ Höhe Strasbourg), welches großteils sehr flach (in Ufernähe max. 1,5m, weiter draußen bisschen tiefer) und sehr krautig ist. Zur Zeit sind hier Millionen von Brutfischen unterwegs, das ganze Wasser kocht an manchen Stellen. Klar, dass die Räuber nicht weit sind ;)
Ankunft also 15 Uhr, blauer Himmel, Sonnenschein, 23°C, klares Wasser, am Ufer ein dichter Teppich von angespülten Pollen.
Ein Blick aufs Wasser genügte, und ich wusste, wo die Brutfische unterwegs waren, war nicht zu übersehen. Habe also fleißig meine Spinner und kleinen Wobbler hinter die Schwärme geworfen und sie in unterschiedlichen Geschwindigkeiten geführt, hatte aber keinerlei Kontakt. Habe in der Zeit auch keinen einzigen Raubfisch an der Oberfläche rauben sehen. Nachdem ich ca. 1,5km Strecke ohne jeglichen Kontakt hinter mich gebracht hatte, legte ich eine kleine Pause ein, lief ein Stückchen am Rhein-Seitenkanal entlang und beobachtete zwei Fischotter (!!!), wie sie den Fischchen hinterher jagten. Nachdem die Wassermarder jedoch im Gebüsch verschwunden waren, stieg ich den Deich wieder nach oben und warf sogleich meinen Popper aus. Dieser war keine zwei Sekunden im Wasser, ich hatte mich noch nichtmal richtig darauf fixiert, da knallte ein großer Fisch mit Urgewalt auf den kaum in Bewegung versetzten Popper. Ein geistesgegenwärtiger Anschlag meinerseits und der Drill ging los, ich dachte aufgrund der Kraft zuerst an einen großen Hecht. Nach kurzer Zeit sah ich dann, dass es sich um einen starken Rapfen handelte. Mehrere starke Fluchten, klickende Bremse sowie ein spektakulärer Sprung aus dem Wasser sorgten für einen echt tollen Drill, doch es half alles nix, nach ein paar Minuten lag der Fisch im Kescher. Er hatte den Köder leider sehr tief inhaliert, sodass ich fürchtete, ihn beim Lösen so stark zu verletzen, dass ich ihn hätte abschlagen müssen. Gott sei Dank bekam ich die beiden Drillinge alsbald gelöst, nun konnte ich den Fisch vermessen. Stolze 87cm, Gewicht war 6,1 - 6,4kg (so ganz genau ist die integrierte Waage in meinem Lipgrip nicht).
Habe ihn dann schonend zurück gesetzt, er war total entkräftet, dauerte einige Zeit bis er sich wieder gesammelt hatte und davon zog.

Was mich doch sehr wunderte: Ich angle jetzt seit ein paar Jahren am Plobsheimer Becken, habe dort aber noch nie einen Rapfen gefangen. Immer nur Hecht und Barsch. Habe auch noch nie von anderen Anglern gehört, dass sie hier einen Rapfen gefangen hätten. Das Wasser ist, obwohl es gegen Stromrichtung zum Rhein hin geöffnet ist, sehr ruhig, zumindest in den Uferbereichen. Außerdem extrem krautig, alles was tiefer als 30cm läuft muss nach jedem Wurf von Kraut befreit werden. Rapfen habe ich sonst immer nur in/an Buhnen, an Brückenpfeilern oder an Hafeneinfahrten und Staustufen gefangen. Eben an Orten, wo Strömung vorhanden war. Und jetzt saß dieser dicke Geselle hier im Kraut und genehmigte sich, zu meinem Entzücken, meinen Köder :-)

Gerät:
Rute: Pezon & Michel Gunki Bushi S260XH
Rolle: Ryobi Zauber 3000CF
Schnur: Powerpro 0,15mm
Köder: Pezon & Michel Gunki Hedorah 55F (5,5cm, Floating) in Firetiger

Zusammenfassend kann ich sagen: Schöner Einstieg in die neue Saison! Freue mich auf so einige tolle Drills hier am Rhein, außerdem geht's im Juni nach Schweden und im August nach Holland, da wird sicher auch noch der ein oder andere Kapitale verhaftet ;)

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e$$oxX
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Re: Erster "FISCH" der Raubfischsaison

Beitrag von e$$oxX » 06 Mai 2014 14:39

Toller Bericht!

Danke dafür und großes Petri zu einem ganz besonderen Fisch.
"Haben Sie die Fische, die Sie hier im Eimer haben, alle allein gefangen?"
- "Nein, ich hatte einen Wurm, der mir dabei half."

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Fishermanslure
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Re: Erster "FISCH" der Raubfischsaison

Beitrag von Fishermanslure » 06 Mai 2014 15:55

Petri zu dem schönen Süßwassertarpon und danke für deinen tollen Bericht.
Grüßle
Rainer
Ein echter Spinner vor dem Herrn...

Nic
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Re: Erster "FISCH" der Raubfischsaison

Beitrag von Nic » 12 Mai 2014 15:35

Wünsche ebenfalls Petri Heil, ein sehr schöner Bericht und ein super Fisch! :D
MfG und Petri
Nic

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