Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Hier werden nicht nur Würmer gebadet...

Moderator: Thomas Kalweit

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Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Forellenfischer » 21 Aug 2007 14:46

Mit großem Interesse habe ich den Artikel von Matze Koch bzgl. der Sparkarpfen gelesen und auf der DVD verfolgt. Da dieser Beitrag mein Interesse am Karpfenangeln geweckt hat, mir aber noch ein paar Details unklar sind, habe ich dieses Thema eröffnet.
Nun meine Fragen:

1. Wie lang sollte die Rute in etwa sein, oder spielt das keine Rolle?
2. Zum Thema anfüttern: Soll man anfüttern, kurz bevor man beginnt, an dieser Stelle zu fischen oder sollte man schon 3 bis 4 Tage vorher beginnen, die Stelle mit dem Futter zu bearbeiten? Diese Frage stellt sich vor allem deshalb, weil ich als Schüler natürlich nicht die Möglichkeit habe, 3 Tage lang jeden Tag mit dem Fahrrad 30 Kilometer hin und zurück zu fahren, um die Karpfen an eine Stelle zu gewöhnen.
3. Das dürfte eine relativ leichte Frage sein für alle Karpfenangler. Ich selbst habe es auch schon mal gewusst, aber leider wieder vergessen: Wie viele Gramm ist ein ''lb''. Soweit ich weiß, war das irgendetwas so um die 40 Gramm.
So, jetzt fällt mir vorerst nichts mehr ein, aber wenn mir noch was einfällt, werde ich mich zu gegebener Zeit wieder melden.

Viele Grüße

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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Thomas Kalweit » 21 Aug 2007 14:59

Ein lb sind 453,5924 Gramm. Die lb-Zahl bezeichnet aber nicht das Wurfgewicht, sondern das Gewicht, das man an die Rute hängen muss, damit sie komplett zum Viertelkreis durchgebogen ist (sog. Testkurve)

Wenn ich mich recht erinnere, dann musst du die Grammzahl der Testkurve durch 16 teilen. Das Ergebnis ist aber nur eine grobe Richtzahl.

Z.B.: 3 lb x 454 g : 16 = 85 g WG

Lb ist die Abkürzung für "Libra" (Lateinisch: Pfund) und wird pound (Pfund) ausgesprochen. Die deutsche, bei Karpfenanglern beliebte Sprechweise "Libbs" ist absoluter Quatsch, ebenso auch die Schreibweise lbs.
Zuletzt geändert von Thomas Kalweit am 21 Aug 2007 15:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Uwe Pinnau » 21 Aug 2007 14:59

Ich bin zwar nicht gerade der große Karpfenguru, aber etwas Basiswissen ist vorhanden und für eine Antwort reicht es wohl.
Ich denke, daß Du mit einer 12 ', d.h. 3,60m langen Rute gut bedient bist. In Sonderfällen kann sie natürlich etwas kürzer oder länger ausfallen, aber als Standard ist 3,60 gut.
Natürlich ist es schön wenn Du die Stelle schon mehrere Tage vorher anfüttern kannst, aber gerade in Gewässern mit einem guten Bestand und einem regelmässigen Eintrag von Boilies kann man auch direkt am Angeltag füttern und Erfolg haben, ging mir selbst erst kürzlich so.
1 lb ist 454g, aber damit wird nicht das Wurfgewicht der Rute bezeichnet, sondern nur die Testkurve.
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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Uwe Pinnau » 21 Aug 2007 15:07

Na super, da haben wir es gleichzeitig gut gemeint. Das mit dem "libbs" ist wirklich eine Geissel für meine Ohren, absolut schrecklich und leider allzuoft dargebracht. Habe es mal einem englischem Phonetikprof an der RUB erzählt und der starrte mich nur ungläubig an. So einen Bockmist hatte er noch nie gehört, war er doch bis dato so von der deutschen Cleverness überzeugt. :wink:
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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Forellenfischer » 21 Aug 2007 19:37

Gerade habe ich noch nach so ein paar Ruten geguckt, die evtl. für's Karpfenangeln taugen. Leider habe ich selber noch keine richtige Karpfenrute, das wird sich aber hoffentlich bald ändern!
Gefunden habe ich da in meinem Kämmerchen die Rute ''Sumo Royal Tele Pike'' mit 3,30m Länge und einer Testkurve von 2,75 lb. Das entspräche dann etwa einem Wurfgewicht von grob 78 Gramm. Und weil Matze Koch wert darauf legt: die Telerute hat 7 Rutenringe.

Was meint ihr, taugt diese Rute zur Not auch für's Grundangeln auf Karpfen?

Viele Grüße

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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Matze Koch » 21 Aug 2007 19:38

@ Forellenfischer:

In meiner Angelprüfung (Anno Domini 1980) gab es eine Frage, die lautete: Wonach richtet sich die Länge der Rute? Anwort: Nach der Uferbeschaffenheit.

Das wollte man damals als Antwort hören.

Sicher ist dieser Aspekt berechtigt, ich meine jedoch das einzig wichtige Kriterium lautet: DEINE persönliche Vorliebe. Fische eine Rutenlänge, die Dir gut in der Hand liegt. Ruten um die 3,6m haben sich weitgehend durchgesetzt und auch ich mag sie. Wenn Du aber länger oder kürzer bevorzugst, lasse Dich nicht nicht davon beinflussen, denn DU musst schließlich damit werfen und drillen.
Nur eines rate ich Dir von Herzen: Wenn Du nicht damit in den Flieger musst, ziehe eine zweiteilige Steckrute der Tele vor.

Füttern sollte man in aller Regel schon, es sei denn Du weißt exakt wo die Karpfen sich zum Fressen aufhalten.


@ Uwe: "Deutsche Cleverneß"? Die wird in Frage gestellt wegen dieser doofen "LIBBS Geschichte"? Da druckt der clevere Engländer "lb" auf, was "pound" heißt, so auch gesprochen werden will, aber für "libra" steht? :shock:

Da kann ich mich nur Obelix anschließen: "Die spinnen, die Briten!" besonders im Hinblick auf Maße und Gewichte. :roll:

Übrigens kenne ich einen Engländer, der "libb" sagt. Das nur am Rande.
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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Barta0815 » 21 Aug 2007 19:56

moin moin hier...
also ich muss mal sagen, der bericht vom matze kann alles... hat mich wieder in meine jugend befördert :) habe genau wie matze es beschreibt mit dem karpfenangeln angefangen...warum sollte das heute nichtmehr klappen???
zum thema murmeln gegen frolic... fische auch schon länger wieder hundefutter, jedoch zu murmeln verarbeitet... besser fang ich mit den teuren dynamite baits auch nicht!!! früher hab ich nur mit den kleinen kartoffeln aussm glas gefischt...den haken in die kartoffel gezogen, ein paar stunden ins gefrierfach, dann in ne thermoskanne und ab zum see...hat eigentlich fast immer gerappelt :wink:

fazit: goiler bericht matze...hat spaß gemacht 8)


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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Uwe Pinnau » 21 Aug 2007 21:00

@Matze; na ja, es wird nicht vielleicht die komplette Cleverness in Frage gestellt, aber die weisse Weste bekam einen Flecken. Es sind oft Kleinigkeiten die viel ausmachen, sowie auch der weitverbreitete Trick eine nicht angenommene Münze am Automaten zu reiben bis es passt und ein Telefonat oder Zigaretten, Gummis etc. bezahlt sind. Das kannten die Leute nur aus Deutschland und fanden es absolut großartig.
Klar, der Weg von "lb" zu "pound" ist gedanklich und auch phonetisch weit, aber der zu "libbs" eben auch finde ich, wenn schon dann doch eher "elbs".
Vielleicht ist Dein englischer Bekannter ja auch nur ein komplett assimilierter Ausländer, oder ein hängengebliebener Stasi-Mann der seine Tarnung krampfhaft aufrecht erhält. :wink: :shock:
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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Thomas Kalweit » 22 Aug 2007 12:46

@Matze: So abwegig ist das mit dem lb auch in Deutschland nicht. Ich stamme aus einer Metzgersfamilie und noch vor 20-30 Jahren wurde dort fast nur mit Pfund gerechnet ("Ich hätte gerne ein Viertelpfund Salami"). Auf der Quittung stand ein Zeichen, in etwa ein M mit einem Strich durch:



Nichts anderes als die deutsche Schreibweise von lb = libra = Pfund.
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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Smile » 22 Aug 2007 18:05

an dieses Zeichen erinnere ich mich auch noch recht gut. Das stand auch teils an den Schildern auf dem Wochenmarkt. Meine Oma kaufte immer nur Pfund - nie Kilo. Aaaaaber das waren eben 500 und nicht 452gr. Den dieses Pfundzeichen war eben das deutsche und damit metrische Pfund.
Im Mathebuch stand es als Pfd und ein Mitschüler sprach immer nur von Pffft.
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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Thomas Kalweit » 23 Aug 2007 08:55

:lol:
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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Manu@realfishing.de » 18 Okt 2007 18:43

Die Rute hat sicherlich den kleinsten Anteil am Erfolg oder Misserfolg zumal die Karpfenruten ja auch nicht sooo billig sind . Für die Anfänge ist jede passende , stabilere Rute auch geeignet in Zusammensetzung mit ner passenden Schnur und stabilen Rolle sehe ich da überhaupt keinen Grund , der die Fangaussichten schmälern könnte . Anfüttern über mehrere Tage sind immer ne gute Sache , aber bei passenden Bedingungen und nem guten Fischbestand kann s auch so fluppen . Solltest dich halt an den markanten Punkten am Gewässer orientieren , oder evtl. über s Wochenende , also Freitags und Samstags evtl. abends bzw. nachmittags füttern und dann am sonntag Nachmittag mal dein Glück versuchen so lange wie s geht , da die Abenddämmerung inne Regel auch ne Topzeit ist .....bzw. die Nacht ...
Zu Hause auf dem Sofa fängt man keine Fische .......

Philipp.Oerel

Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Philipp.Oerel » 22 Okt 2007 16:48

Moin.
Matze Koch hat geschrieben:
Nur eines rate ich Dir von Herzen: Wenn Du nicht damit in den Flieger musst, ziehe eine zweiteilige Steckrute der Tele vor.
Nur mal Interesse halber: Welchen entscheidenden Vorteil haben Steckruten denn gegenüber Tele-Ruten? Ich dachte immer das wäre relativ egal?

Gruß
Philipp

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Re: Fragen zum Karpfenbericht von Matze Koch Heft 9/2007

Beitrag von Thomas Kalweit » 22 Okt 2007 16:52

Steckruten sind viel robuster, ganz einfach, weil die Materialstärke dicker sein kann. Eine Telerute muss immer vergleichsweise dünnwandig sein, weil sich ja die anderen Rutenteile in ihr befinden :wink: .

Zudem unterbricht die Steckverbindung immer auch die Aktion, weil dort der Blank doppelt verläuft. Eine Steckrute hat diese Störstelle nur einmal, eine Telerute mehrfach.

Teleruten sind aufgrund ihrer Bauweise auch viel dicker, somit sehen sie nicht so elegant aus, wie Steckruten :D .
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