Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Hier werden nicht nur Würmer gebadet...

Moderator: Thomas Kalweit

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cockney
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Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Beitrag von cockney » 25 Mai 2007 20:41

Hallo Leute!

Hab heute zum ersten Mal in meinem Leben einen Graskarpfen gefangen. Nachdem ich ihn nach einen langen Drill landen konnte, entfernte ich zunächst den Haken, machte 1 - 2 Fotos, wog ihn noch im Unterfangkescher und setzte ihn nach einer Minute zurück.
Nach kurzer Zeit sah ich den Fisch mit dem Bauch nach oben in der Mitte des Teiches treiben. Nach mehrfachem drehen gelang es dem Fisch, wieder abzutauchen, jedoch trieb er immer wieder mit dem Bauch an die Oberfläche. Dies wiederholte sich ca. eine halbe Stunde lang.
Ich hatte ein tierisch schlechtes Gewissen und befürchtete, dass das Tier stirbt. Nach dieser halben Stunde tauchte er für 20 Minuten nicht mehr auf, und ich verließ das Gewässer.
Bitte um eine Antwort von euch; was habe ich falsch gemacht? Hat das Tier noch überlebenschancen?

Danke schon mal im Voraus,
cockney

mzg
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Re: Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Beitrag von mzg » 25 Mai 2007 20:59

Aus meiner Sicht verausgaben sich Graser im Drill voll und ganz, wenn man sie nicht in den ersten paar Sekunden überrumpeln kann.
Den Fisch dann gleich an die Luft zu befördern und zu fotografieren ist in etwa so, wie den Münchner Fernsehturm hochzujoggen und dann oben längere Zeit die Luft anzuhalten.
Besonders eng wird es, wenn der Sauerstoffgehalt des Wassers niedrig ist.
Das Fotografieren sollte man sich dann besser sparen. Wer es gar nicht lassen kann, sollte den Fisch erst ein paar Minuten im Wasser ausruhen lassen. (Damit meine ich nicht stundenlang hältern.)

Grüße,
Manfred

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Re: Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Beitrag von Friese Hemmelsberg » 27 Mai 2007 02:41

Wenn Zurücksetzen angesagt ist, grundsätzlich den Karpfen nicht sofort aus dem
Wasser befördern.

Wie mein Vorgänger schon richtig geschrieben hat, lass den Karpfen ein paar Minuten Zeit sich zu erholen.

Alles natürlich in einem ausreichend großen Ketscher und im tiefen Wasser.

Ein ganz wichtiger Punkt, der leider zu oft nicht praktiziert wird.

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Re: Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Beitrag von Matze Koch » 27 Mai 2007 11:42

Da bin ich etwas anderer Meinung, Jungs.

Wenn Graser nicht vollkommen ausgedrillt sind, oder Zeit bekommen sich zu erholen, toben sie auf der Matte weiter und können sich schwer verletzen.

Nur ein ausgedrillter Graser lässt sich gut fotografieren. Das darf keinesfalls länger als einige wenige Sekunden dauern, darum fische ich auf Graser am liebsten zu Zweit.

Ideal ist es natürlich, wenn man den Fisch nur im Kescher hat, völlig ausgedrillt nur im Wasser anhebt, und ablichtet. Was dabei aber das Risiko ist, könnt ihr auf einer der älteren DVDs (10/2005) live erleben :lol: Hab ich nur für Euch gemacht, um das Problem herauszuarbeiten... :lol:

Dumm gelaufen ist es für den Fisch allerdings, wenn das Angelgerät nicht abgestimmt ist. Fischt man zu leicht, oder war auf anderen Fischarten aus, dauert der Drill zu lange. Dann ist es aber normal, das die Fische lange Zeit an der Oberfläche herumzicken. Das kenne ich zu genüge, kann mich aber kaum an Fische erinnnern, die das nicht überlebt hätten. Sind wohl auch ein bißchen mimosenhaft, die Asiaten.

Mach Dir also keine Sorgen, wenn der Fisch an der Oberfläche schwamm, der wirds schon machen.


.

[Edit Markus Kottenhahn: Doppelpost gelöscht]
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There´s a fine line between fishing and sitting there looking stupid!

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Re: Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Beitrag von Friese Hemmelsberg » 27 Mai 2007 15:07

völlig ausgedrillt nur im Wasser anhebt
Ja schau meine Matte schwimmt, wenn das Gewässer es zulässt,
meistens :) im Wasser.

Trotzdem versuche ich jeden Fisch etwas Zeit zu geben damit er sich vom Drill erholen kann;
wenn denn fotografieren, mit allem was dazu gehört, angesagt ist.

Gruß

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Re: Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Beitrag von cockney » 27 Mai 2007 20:28

Hallo leute
Ich danke euch für eure schnellen Antworten. Das hat mein Gewissen beruhigt.
Übrigens glaube ich, dass es der Fisch gepackt hat, da er nirgends im Gewässer zu sehen war. Das nächste mal werde ich versuchen, dem Fisch den Haken noch im Wasser zu entfernen und ihn nur kurz heraus zu heben, um ein Foto zu machen. Davon, den Fisch kurz zu hältern halte ich nichts, da ich es generell für nicht Waidgerecht halte, Fische überhaupt zu hältern.

Ps: Hoffentlich passiert mir da bei nicht son Scheiss wie Matze Koch auf dem Fisch und Fang Video, habs mir vor Fünf Minuten mit meiner gesamten Wg nochmal Angeschaut :D

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Re: Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Beitrag von Friese Hemmelsberg » 27 Mai 2007 20:58

Na ja von hältern war überhaupt nicht die Rede.(Kurz erholen lassen, mehr nicht!)
nicht Waidgerecht halte, Fische überhaupt zu hältern.
Wenn ausgeschweift werden würde, könnt´man drüber streiten, denn
Besatzmaßnahmen wären ohne zu Hältern unmöglich. :oops:

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Re: Waidgerechte behandlung Graskarpfen

Beitrag von cockney » 27 Mai 2007 21:49

Alles klar, dann habe ich das mit dem Hältern missverstanden, das mit dem kurz erholen lassen und dem Fisch eine Pause zum Durchatmen zu geben ist ne Sinnvolle Idee ( zu flüchtig gelesen, sorry ).

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