Hechtbestände allgemein

Diskussionen mit Biss! Uwe Pinnau vom Deutschen Hechtangler-Club steht Rede und Antwort

Moderatoren: Thomas Kalweit, Uwe Pinnau

G**********

Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von G********** » 12 Feb 2008 19:57

Mich verwundert bei der ganzen Diskussion nur, warum werden Fische (hier Hechte) in ein Gewässer gesetzt, in dem es für sie "Umweltfeindliche Bedingungen" gibt ? So z. B. keine Laichmöglichkeit !

Widerspricht doch der Hegepflicht, oder? Wird in jeder Fischerprüfung abgefragt.

Gruß und Petri Heil
Peter

Niederbayer

Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Niederbayer » 12 Feb 2008 20:22

@ Gewässer
Jetzt kommen wir aber ganz schön vom Thema weg. Nach Deiner Aussage, dürfte es praktisch keine "künstlichen" Gewässer wie Baggerseen geben... sondern nur von der Natur geschaffene Gewässer, die sich auch selbst "erhalten"

@ Lahnfischer und Optimist
Das mit den Fangstatistiken ist immer so eine Sache. Ich kenne in unserer Nähe ein Gewässer, wo ewig Fische entnommen werden, doch in den Fangstatistiken sieht es aus, als gäbe es keine Fische...
Die meisten haben einfach Angst, dass wenn sie viele gefangene Fische angeben, man ihre Plätze "besetzt" oder sie schräg angeschaut werden!

G**********

Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von G********** » 12 Feb 2008 20:51

@ Niederbayer,

mein Baggersee erhält sich völlig selbstständig ! Vor ca. 20 Jahren sind mal Karpfen eingesetzt worden. Alle anderen Fische, Rotaugen, Barsche, Schleie, Hechte usw. sind auf natürliche Art und Weise ins Gewässer gekommen.
Mein Hechtbestand ist hervorragend, vom H 1 bis zum 1m + Hecht alles in großer Zahl vorhanden. Futterfisch ist bei mir der Barsch.

Man muß nur etwas Geduld haben, oder besser gesagt, der Natur ihre Zeit lassen. Und schon stellt sich früher oder später ein natürliches Gleichgewicht ein.

Gruß und Petri Heil
Peter

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Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Smile » 12 Feb 2008 23:24

@ Gewässer
Das ist sicher die beste Methode. Ich denke um einfach anzuschieben ist ein erster Besatz, der mit Sorgfalt und Bedacht geschieht sicher auch in Ordnung. Aber da gebe ich Dir zu 100% Recht: 'Funktioniert ' das Gewässer und entnimmt man mit Bedacht, regelt sich das alles von alleine.
Ich entnehme ja auch mit Augenmaß Fisch, ich esse eben ausgesprochen gerne Hechte, aber halte es da auch mit dem Thomas und erlege mir da ein Zwischenschonmaß auf. Bei mir dürfen sie halt länger wachsen. Und wer sich als guter Erbgutträger zeigt - indem er sich erfolgreich im Wasser behauptet - der sollte das weiter tun und für Nachkommen sorgen.
...."May the holes in your net be no larger than the fish in it. ~Irish Blessing"
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Niederbayer

Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Niederbayer » 12 Feb 2008 23:51

@ smile
Wie sieht so ein Zwischenschonmaß bei euch aus?
Dass ich z.B. nur Hechte zwischen 60 und 80cm entnehme, wenn ich entnehmen will?! Alles andere sowieso C&R?!

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Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Innfischer » 13 Feb 2008 03:37

Hallo,

damit da keine Begriffsverwirrungen entstehen: Es ist zu unterscheiden zwischen dem Zwischenschonmaß und dem inversen Zwischenschonmaß.

Ich verdeutliche es am Beispiel Hecht:

Zwischenschonmaß : 65 cm - 95 cm
Hier darf ich ganz kleine Hechte entnehmen (abgesehen vom gesetzl. Schonmaß), also solche zwischen 50 cm und 64cm. Und dann erst wieder die großen Hechte ab 96 cm.

Inverses Zwischenschonmaß: 65 cm - 95 cm
Hier sind alle Hechte bis 64 cm geschützt, die Hechte zwischen 65 cm und 95 cm darf ich entnehmen. Ab 96 cm aufwärts sind alle Hechte wieder geschützt.

Verwirrung perfekt?

Viele Grüsse
Innfischer[/b]

Niederbayer

Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Niederbayer » 13 Feb 2008 09:29

So ein Zwischenschonmaß klingt doch gut....
Wird so etwas tatsächlich umgesetzt? Ich denke nur von Einzelvereinen, gesetzlich gibt es da nichts oder? Gehört hab ich gestern das erste Mal von so etwas :(

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Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Smile » 13 Feb 2008 14:06

Innfischer Du hast recht ich meinte ein inversives Zwischenschonmaß.zwischen 65 und 85 geht schon mal einer mit - davor und danach auf keinen Fall (es sei denn er stürbe im Drill, z.B. weil er verblutet und rechtliche Regelungen widersprechen nicht <40cm etc.).
Und eingefroren wird nichts. Ich verschenke auch keine Fische und versorge auch keine Familie im großen Stil. Letztes Jahr waren es insgesamt 5 Stück aus einem riesigen Gewässer mit minimalem Angeldruck.
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Eisangler

Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Eisangler » 13 Feb 2008 19:34

In Zülpich bei Thomas wird es umgesetzt, dieser See hatte, so weit ich weiß, früher einen guten Zanderbestand.
Aufgrund des Wandels (klares Wasser, etc) hat man sich dort wohl entschieden, mehr den Hecht zu fördern.
Im Frühjahr zum Anangeln fingen wir dort zu dritt 18 Hechte an einem Tag, ein doch ansprechendes Ergebnis.
Ich glaube, das Zwischenschonmaß ist letztes Jahr eingeführt worden, anfangs hat es auch Proteste gegeben... :roll:

@ Thomas: Mich würde mal interessieren, wie das inzwischen bei den Mitgliedern aufgenommen wird und ob schon irgendwelche Erfolge zu verzeichnen sind ??? (... wenn´s keine Interna sind...) :wink:

Niederbayer

Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Niederbayer » 13 Feb 2008 19:55

Würde mich auch interessieren, wie das angenommen wird?!

Und wo liegt bei euch (@ Thomas) dieses Zwischenschonmaß?

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Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Uwe Pinnau » 13 Feb 2008 21:43

s. Homepage des ASV Zülpich
www.deutscherhechtangler-club.de
"Never argue with an idiot. They drag you down to their level and beat you with experience"



[img]http://www.deutscherhechtangler-club.de/Bilder-Rodd/nov6.jpg[/img]

Niederbayer

Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Niederbayer » 13 Feb 2008 23:59

Habe mir die Homepage des ASV Zülpich mal angesehen...
Finde das mit dem Zurücksetzen ab einer definierten Größe eine sehr gute Lösung/Möglichkeit!
Ist aber traurig, dass ich das mit dem Zwischenschonmaß in diesem Forum zum ersten mal höre :(

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Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Smile » 14 Feb 2008 07:51

Das wurde aber in der einen oder anderen Form schon mal häufiger propagiert. Nicht zuletzt weil sich gezeigt hat, dass gerade ältere Fische besseren Laich produzieren. Soll heißen mehr und schnellwüchsiger.
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Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Innfischer » 14 Feb 2008 09:43

Hallo Niederbayer,

wenn ich diesen Thread so durchlese, dann sehe ich, dass da viele Dinge für Dich neu sind und die Dich auch sehr interessieren. Diskutiert werden diese Dinge schon seit Jahrzehnten. Die Diskussion ist noch zu keinem eindeutigen Ende gekommen. Du würdest evtl. sagen, es liegen keine objektiven Erkenntnisse vor.

Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn Du must bzw. darfst sogar keine eigenständigen Hegeentsacheidungen treffen. Denn das Recht und die Pflicht zur Hege steht ausschliesslich dem Fischereirechtsinhaber (Grundeigentümer, Angelverein usw.) zu. Der Hegeplan findet Ausdruck in den Bestimmungen, die Du auf Deinem Angelschein/Tageskarte wiederfindest. Dort sind die Entnahmemengen, Schonmaße usw. festgelegt. Willst Du in diesem Bereich mitreden/mitbestimmen musst Du einem Angelverein beitreten, um so Einfluss auf den Gewässerwart bzw. die Vorstandschaft zu gewinnen.

Nur nochmals: Objektive Erkenntnisse gibt es nicht. Im Gegeteil: Es gibt Beispiele, wo völlig unterschiedliche Hegekonzepte zu hervorragenden Ergebnissen geführt haben und es gibt auch genau das Gegenteil. Und die meisten Vereine haben im engeren Sinne überhaupt kein durchdachtes Hegekonzept. Es wird halt gemacht was man immer schon so gemacht hat.

Und noch eine Schlussbemerkung (die für Dich wahrscheinlich auch neu ist): Bayern hat als bisher einziges Bundesland (auch auf Wunsch der Angelvereine) das reine C&R gesetzlich verboten.

Viele Grüsse
Innfischer

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Re: Hechtbestände allgemein

Beitrag von Thomas Kalweit » 14 Feb 2008 09:59

Reines C & R ist ja auch eine ethisch äußerst zweifelhafte Sache. Aber ethisch zu befürworten, ist das Selektive Ernten, das heißt, der Angler entscheidet nach seinem Fachverstand im Einzelfall, ob ein Fisch aus Gründen der Hege entnommen werden sollte, oder besser als Laichfisch im Gewässer verbleibt. Beim Fliegenfischen setzte ich die letzten Äschen zurück, eine Regenbogenforelle landet in meiner Pfanne.

Wenn ein Mindestmaß oder sogar ganzjährige Schonzeiten gesetzlich vorgeschrieben sein können, dann kann es auch ein Höchstmaß. Viele Fischereibiologen fordern Entnahmefenster oder Zwischenschonmaße schon seit Jahren, um unsere geschundenen Gewässer auch ohne schädlichen Intensivbesatz für die kommenden Generationen zu erhalten.
Online-Redaktion FISCH & FANG / DER RAUBFISCH
E-Mail: thomas.kalweit@paulparey.de

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