Die richtige Rutenklasse

Flugangeln für Anfänger & Einsteiger

Moderator: Thomas Kalweit

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Cactus
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Die richtige Rutenklasse

Beitrag von Cactus » 12 Nov 2007 17:44

Oftmals wird die Frage nach der richtigen Rutenklasse gestellt.
Die folgenden Ausführungen sind für Anfänger gedacht, die vor einer Erstanschaffung stehen und sollen den Hintergrund der geeigneten
Rutenklasse etwas beleuchten und gelten insbesondere für das
Süsswasserfliegenfischen. Man bedenke grundsätzlich, dass wir
ein System Fliege-Vorfach-Flugschnur-Rute-Rolle fischen und dass
dies alles zusammenpassen sollte.

Die Aufgaben der Rute:

1.Unterstützung beim Ausbringen der Flugschnur samt Fliege und Flugschnur sowie Vorfach

2.Unterstützung beim Setzen des Hakens

3.Pufferfunktion beim Drill des Fisches

Zu 1. : Die heutigen Fliegenruten arbeiten im allgemeinen mit der angegebenen Schnurklasse, einer darüber und einer darunter gut zusammen. Wer technisch gut fischt, wird die Rute eher stärker belasten als jemand dessen Wurfstil nicht sosehr ausgereift ist. Die Grösse und das Gewicht der auszubringenden Fliege spielt eine wesentliche Rolle falls es sich um extreme Grössen handelt, desgleichen die Vorfachlänge und auch die Dicke des Vorfachs. Ob schnellere oder gemässigt schnelle Ruten hängt vom Wurfkönnen (je schneller desto weniger fehlertolerant)
und von der beabsichtigten Wurfweite (mit schnelleren Ruten kann man
mit weniger Leerwürfen weiter fischen) ab.

Zu 2.: Der Haken könnte theoretisch umso schneller gesetzt werden. je stärker die Spitzenaktion der Rute ausgeprägt ist. Da wir beim Fliegenfischen im Süsswasser aber normalerweise den Haken „setzen“-also es sich um eine sachte Angelegenheit handelt, ist eine reine „Spitzenaktion“ nicht wünschenswert, weil das den Erfordernissen von Punkt 3. nicht entspricht

Zu 3.: Nach dem Setzen des Hakens soll der Fisch schonend, aber in nicht zu langer Zeit herangedrillt werden (damit er nach dem ev. Zurücksetzen eine gute Überlebenschance hat ) gleichzeitig soll der Haken nicht ausschlitzen. Für diese Aufgabe ist eine Rute mit parabolischer Aktion am besten geeignet. Je höher moduliert die Kohlenstoffruten sind – desto nachteiliger ist dies für den Drill. Dieser Aspekt wurde leider von vielen Firmen in den letzten Jahren zugunsten von Leichtigkeit und Wurfweitensteigerung zu wenig beachtet.





Für die Praxis des Äschen/Forellenfischens lassen sich unter Beachtung des vorangehend angeführten daher folgende Empfehlungen geben, sofern es sich nicht um Spezialfälle (etwa kleinster, zugewachsener Bach etc. handelt)und man geldmässig sparsam wirtschaften muss oder will :


Bei Erwerb nur einer Rute :

Eine 5er (damit kann man auch Klasse 4 und 6 werfen)
Wenn man eher in Bächen oder nicht zu schnell fliessenden
Gewässern fischt und nicht allzuschwere Nymphen ( solche mit
Tungsten köpfen) eingesetzt werden. Nicht zu grosse Streamer
sind kein Problem.

Eine 6 er (damit kann man auch klasse 4 und 7 werfen), falls man
in stärker strömenden Gewässern fischt und mit sehr schweren Nymphen.
Auch in Gewässern, wo ev. der Biss einer Barbe zu erwarten ist.
Notfalls kann man auch noch einen (nicht allzugrossen Karpfen)
damit zähmen.Auch für schwerer Streamer (keine Hechtstreamer) geeignet.


Bei Erwerb von 2 Ruten:

Da würde ich mir eine Rute mit Klasse 6 (einsetzbar auch Kl. 7 und
Klasse 5) und eine Rute Klasse 4 (einsetzbar auch Klasse 5 und Klasse
3 nehmen).


Noch ein Wort zur Rutenlänge. Wer sauber wirft, der kann dies auch mit einer
kurzen Rute, dafür ist die Länge kein Argument. Aber das Dirigieren von
Nymphen, das Menden etc., sind mit einer längeren Rute besser zu handhaben.
Auch ist es möglich, mit einer längeren Rute etwas weiter zu werfen.
Abgesehen von Spezialfällen wird man Ruten zwischen ca. 2,25 bis ca. 3m
Länge wählen, wobei die 9ft (ca. 2,75 m) ein guter Kompromiss sind.

Bezüglich der Teilung der Ruten bestehen bei qualitativ guten Ruten keine
Bedenken vielfach geteilte Ruten zu wählen. Diese haben eine bequemere
Transportlänge, der Nachteil ist der etwas höhere Preis und die Tatsache, dass das Aufstecken und Abmontieren etwas umständlicher ist.


Grüsse
Heinz
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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von Kyllfischer » 12 Nov 2007 18:16

Hallo,
Da sieht man es mal wieder, das jeder Fliegenfischer eine eigene Meinung zum Gerät besitzt :-)

Also ich verstehe es absolut nicht wie man behaupten kann, das man Ruten einer bestimmten klasse, mit 3 Schnurklassen werfen kann.
Sorry, das ist absoluter Quatsch.....
Eine zb. 5er ist nunmal abgestimmt auf ne 5er Schnur, und nicht auf ne 4er oder 6er. Zu niedrig bringt lädt sich die Rute nicht richtig auf, und man benötigt viel mehr kraft um dieses aus zu gleichen, zu viel dagegen belastet die Rute zu sehr. Das einzige was dabei eine Rolle spielt ist die Toleranz der Rute, die kann dazu führen das diese FALSCH deklariert ist. Ein aus/vermessen der Rute schaft da abhilfe, ist aber mit Arbeit verbunden.


*Kopfschüttelnt*
Gruß Marco
PS
Eine 6 er (damit kann man auch klasse 4 und 7 werfen
Mach da mal ne 5 draus sonnst verwirrt es noch mehr :-)
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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von Cactus » 12 Nov 2007 18:33

Hallo,

über die Möglichkeit, dass man 3 Klassen werfen kann, möge man bitte auch bei Hans Ruedi Hebeisen nachlesen (immerhin Casting Weltmeister) -desgleichen was überhaupt Schnurklassen betrifft und die Möglichkeit, dass ein geübter Werfer auch eine 6er mit Klass 6 überladen kann, wenn er will.
Man kann natürlich immer verschiedener Meinung sein, aber eine gewisse Qualtät der Diskussion sollte gewahrt bleiben. "Ist Quatsch.. apodiktisch zu behaupten gehört sicher nicht dazu, auf so ein Niveau lass ich mich nicht runter. Ich weiss nicht , wie gut du im Werfen bist, aber gegenüber dem Ruedi Hebeisen (immerhin wie schon erwähnt-Castigweltmeister) wirst du wahrscheinlich nicht antreten können.........und so viel Erfahrung wirst du wohl auch nicht haben. Wenn man genügend Geld (oder Moos)hat, wie es deinem Jargon wahrscheinlich eher entspricht, wird man sich sicher mehrere Ruten kaufen, jeder Anfänger hat aber nicht so viel.

Grüsse
Heinz

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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von Kyllfischer » 12 Nov 2007 18:42

Hi

Was hat das "iimmerhin wie schon erwähnt-Castigweltmeister" mit dem Fliegenfischen zu tun? Gerade als Anfänger ?????

Gruß Marco
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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von Hartmut » 12 Nov 2007 19:32

Also ich verstehe es absolut nicht wie man behaupten kann, das man Ruten einer bestimmten klasse, mit 3 Schnurklassen werfen kann.
Sorry, das ist absoluter Quatsch.....
Hallo Marco,

bezieht man die TLT - Technik mit ein können 6 Schnurklassen mit einer Rute geworfen werden!

Ich stimme Heinz zu und handhabe es genau so. In der Regel gehe ich mit einer Rute und mehreren Schnüren, in unterschiedlichen Schnurklassen, ans Wasser.

Auch in der Musik, die Dein Ton hervor bringt, stimme ich Heinz zu :roll:

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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von Kyllfischer » 12 Nov 2007 20:27

Hallo,
Das mag daran liegen, das ich bei solchen Behauptungen innerlich in die Luft gehe, und vielleicht zu euphorisch reagiere....
Aber ich kann auch mit der Hand werfen und Fische fangen, da brauch ich nicht mal ne Rute...
Es mag auch daran liegen das ich fest der Überzeugung bin, das man eine Rute nur richtig werfen kann, wenn die Schnur darauf abgestimmt ist.

Gruß Marco
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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von wonne » 22 Nov 2007 21:50

Klar kann man eine 5er Rute auch mit anderen Schnurklassen fischen, die Frage ist nur macht das Sinn.
Ich finde man sollte die Rute mit der Klasse fischen mit der sie am bessten arbeitet.
Ich glaube nicht das es mir Spass machen würde die Rute dauernd am Limit zufischen (Höhere Klasse), oder ständig erhöhten Krafteinsatz bringen zumüssen weil sich die Gerte nicht aufladen will.
Und zu deiner Aussage "der Hebeisen hat das gesagt", muss ich sagen das dass seine persönliche Meinung ist die jedoch nicht jeder teilen muss!

Gruss Wonne

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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von Cactus » 22 Nov 2007 23:11

Hallo,

natürlich hat jeder seine eigene Meinung und seine Art zu fischen-Gott sei
Dank ist es so. Die "absolute" Wahrheit gibt es nicht in diesem Fall, aber grundsätzlich ist es möglich, mit einer Rute verschiedene Klassen zu fischen, wenn man den eigenen Wurfstil variieren kann-und wenn man das will.
Mich persönlich stört es nicht ich variiere ganz gern-aber das optimale ist natürlich für jede Klasse, die man benötigt, eine eigene Ausrüstung zu haben. Manche haben aber dafür nicht das Geld, oder sind nicht bereit, so viel dafür auszugeben oder wollen nicht so viel mitnehmen. Für diese war das ganze gedacht, aber vielleicht hätte ich es besser lassen sollen ,überhaupt etwas darüber zu schreiben.
Mir selbst macht es übrigens Spass, den Wurfstil zu variieren, ich fische auch in derselben Gewichtsklasse schnelle und langsamere Ruten, je nach Situation und Laune-darüber werde ich mich aber sicher nicht mehr ausbreiten.

Grüsse
Heinz

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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von Hartmut » 23 Nov 2007 06:52

@wonne, anstatt einer Bachrute wähle ich mittlerweile lieber die Kombination Rute #6, 9ft, Schnur #5 Lee Wulff TT.
Freunde von mir fischen in der selben Situation gerne eine Rute#4 mit einer Schnur #5 usw. Ich habe keine Rute #4, deshalb helfe ich mir mit anderen Ruten - Schnur - Kombinationen.
Mit der Bachrute kann ich im kleinen Fluss die Fliege nicht so unauffällig präsentieren, als mit meiner Rute #6 und 3m Vorfach. Das liegt an der minimalen Wurfbewegung, ohne Körpereinsatz, für die 6er Rute.
In der Hochgebirgsfischerei sind wieder andere Ruten - Schnur - Kombinationen vorteilhaft usw.

@Heinz,
Mir selbst macht es übrigens Spass, den Wurfstil zu variieren, ich fische auch in derselben Gewichtsklasse schnelle und langsamere Ruten, je nach Situation und Laune-darüber werde ich mich aber sicher nicht mehr ausbreiten.
Schade, mich interessiert Deine Art zu Fischen.

Leider prallen in den Diskussionsforen die Meinungen ungebremst aufeinander und führen oft zu Meinungsverschiedenheiten..

Grüße

Hartmut

wonne
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Re: Die richtige Rutenklasse

Beitrag von wonne » 02 Dez 2007 22:27

Es hat jeder seine eigenen Vorlieben und macht daraus auch eigene Erfahrungen.
Wenn ich dir mit meiner Antwort auf die Füsse getreten bin möchte ich mich hiermit entschuldigen, es war nicht meine Absicht dich zu kränken oder dich von weiterem Posting abzuhalten.

Gruss Wonne

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