Meeresfische für große Hechte?

Was geschieht gerade wo, wie und warum?

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Matze Koch
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Meeresfische für große Hechte?

Beitrag von Matze Koch » 08 Nov 2002 20:17

Hi, Leute!

Ein Thema was mich schon lange bewegt ist die Frage nach dem optimalen Köderfisch für Großhechte. Nein, ich rede nicht von großen Plötzen oder anderen Weißfischen. Sondern von den Ködern der erfolgreichen englischen Angler. Den Meeresfischen. Immer wieder ist in Zeitschriften darüber berichtet worden, und am Ende als mehr oder weniger schlecht für die deutschen Hechte bewertet worden. Aber die Frage ist doch: Wer hat wirklich intensiv und ausdauernd genug getestet um wirklich ein objektives Urteil abgeben zu können? Ich habe noch niemanden getroffen. Und ich selber muss auch gestehen: meistens legte ich eine Rute mit Hering oder Stint stiefmütterlich etwas abseits, die restlichen Ruten bekamen die üblichen Rotaugen oder Brassen verpasst und fingen. Dann war am Ende der Sitzung ohne Biß auf den Meeresfisch mal wieder "bewiesen": Meeresfisch als Köder ist in Deutschland nichts. Zwei Hechte fing ich bisher auf Hering, und das waren keine Monster. An Makrelen habe ich mich bisher nicht rangewagt, und weitere wie Sardinen brachten auch nichts. Wer hat Erfahrungen damit gesammelt?

Fest steht: Die Wollandkrabben lieben die Stinker aus dem Meer über alles. Darum setze ich sie erst von den ersten Nachtfrösten ab ein. Und die englischen "Regeln" beachte ich auch: Häufiger Köderwechsel, Weiche Würfe und Doppeldrillingsysteme. Hat jemand schon erwähnensertere Hechte auf die Meerestour erwischt? Oder ist jedenfalls erfolgreicher als ich? (was ja beileibe keine Kunst wäre!)
Übrigens, die Hechte auf Hering fing ich in Holland, dicht an der Grenze. Die Bisse waren, so, wie man mir prophezeit hatte: hart und schnell. Trotz minus 4 Grad, und 3 Grad Wassertemperatur Genau genommen habe ich also noch nicht einen Meeresfisch-Hecht in Deutschland gefangen...
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Meeresfische für große Hechte?

Beitrag von Fisherman 15 » 09 Nov 2002 16:44

Genau das würde mich auch einmal interessieren!! Ich glaube Thomas Kalweit müsste darüber genug wissen! Wir warten auf die Antworten!
Was wohl heute passiert?

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Meeresfische für große Hechte?

Beitrag von Thomas Kalweit » 11 Nov 2002 15:16

[img]images/smiles/icon_smile.gif[/img] Hallo Jackie!
Na ja, ich fische seit über zehn Jahren intensiv mit Meeresfischen auf Hecht und habe auch schon einige sehr gute Fische damit gefangen - bin aber auch schon oft auf die Schnauze gefallen!

Hier mal kurz die Quintessenz meiner Erfahrungen:
- Hechte fressen tote Meeresfische, sie machen in der Regel keinen Unterschied zu toten Süßwasserfischen
- Es gibt Gewässer in denen funktionieren tote Köderfische gut, in anderen überhaupt nicht
- Tote Köderfische sind meist nur erfolgreich in:
a) trüben Gewässern (Hechte finden mit den Augen nicht ausreichend Nahrung)
b) nahrungsarmen Gewässern mit wenig Futterfisch (Hechte müssen auf tote Fische ausweichen)
c) Gewässer in denen viel toter Fisch anfällt (Seen mit häufigem Forellenbesatz, Seen mit großen Wettangeln, im Fluß unter Wehren mit Turbinen, Brackwassergebiete mit Fischsterben durch Salzwasser-Einbrüche...)

Ansonsten ist das Kunstköderangeln oder der untote Köderfisch natürlich um ein Vielfaches erfolgreicher. Der Tote Köderfisch ist immer eine Verlegenheitslösung!

Viele Grüße

Thomas
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Beitrag von Matze Koch » 11 Nov 2002 20:57

Hört sich alles logisch an, was Du sagst Bernd!

Aber ich fische fast aussschließlich in trüben Gewässern. (Ostfriesland und Holland)Mit totem Köfi fange ich im Winter am besten, was auch Deine Aussage bestätigt, dass die Hechte bei Nahrungsmangel, im Winter völlig natürlich, auf tote Fische ausweichen.

Aber ich bin geneigt zu widersprechen, das es den Fischen egal ist, ob Weißfisch oder Meeresfisch. Wie gesagt, meine Fänge mit Meeresfischen sind eher entäuschend. Hast Du denn schon richtige Brecher mit Meeresfischen gefangen? Und wie häufig setzt Du sie als Köder ein? (um meine Anfangsfrage noch beantwortet zu bekommen: "Hat jemand überhaupt oft genug damit geangelt um ein objedktives Urteil abgeben zu können?")

Oder kann ich beim Anbieten der Köder auch ernsthaft etwas falsch machen?

Welchen ziehst Du überhaupt vor? Hering? Stint? Sardine? Makrele? Delphin?

Die Gewässer sind trüb, und die Nahrung knapp. Demnach müssten die Meeresstinker doch gut fangen nach Deiner Ausführung...und anfüttern will ich nicht. Das muss ich im Sommer auf Karpfen schon genug!
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Beitrag von Matze Koch » 11 Nov 2002 20:59

...UPS! Sorry Thomas, das ich Dich mit "Bernd" betitelt habe! Die Namen klingen aber auch zum Verwechseln ähnlich!
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Beitrag von Fisherman 15 » 11 Nov 2002 21:15

Da der lebende Köderfisch verboten ist bleibt einem aber meistens nur der tote!
Was wohl heute passiert?

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Beitrag von Thomas Kalweit » 12 Nov 2002 19:38

[img]images/smiles/icon_smile.gif[/img] Hallo Jackie, hallo Fisherman 15,
erst mal: Natürlich ist in Deutschland der lebende Köderfisch verboten! Aber viele Fischen ja auch im Ausland oder im Urlaub.

Ich habe in den letzten Jahren ca. 250 Stunden pro Jahr mit totem Köderfisch gefischt (meist halbe Makrelen). Zugegeben, ich habe sehr wenige Fische mit dieser Methode gefangen. Oft sitzt man tagelang ohne Biß. Aber wenn die Schnur dann mal läuft, zittern die Knie. Denn die TotKöfi-Hechte sind meist deutlich über 10Pfund. Die Krönung war ein 23Pfünder auf einen kindskopfgroßen Makrelenschädel im September um 22.00 Uhr [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img] !

Viele Grüße

Thomas

P.S.: Meiner Meinung nach bevorzugen größere Hechte die "Stinker", weil sie sie einfacher mit der Nase finden können. Zander wird man nie damit fangen!
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Beitrag von Matze Koch » 12 Nov 2002 20:34

Danke Thomas!

Mit der Antwort kann ich echt was anfangen! Das war konkret! Ich werde also auch weiter ausharren, und auf diese Methode setzen! Langes warten macht mir nichts! (von Haus aus Karpfenangler!)

Nur noch eins vielleicht: Keine Erfahrungen mit Heringen? Irgendwie haben es mir die Dinger angetan. Ich weiß nur nicht ob die solange stinken wie Makrelen? Und wir oft wechselst Du den Köder?

Danke für die Infos!
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Beitrag von Thomas Kalweit » 13 Nov 2002 18:46

[img]images/smiles/icon_smile.gif[/img] Hallo Jackie,

mit den Heringen ist das so eine Sache. Es gibt Gewässer, in denen sind sie top, in anderen fängt man keinen Schwanz darauf.

Ein Beispiel: Bei einem Angelurlaub hatten ich und mein Kumpel 2,5 Kilo Makrelen und nur fünf Heringe dabei. Insgesamt fingen wir in der Woche nur fünf Hechte, rate mal worauf.... Im meinem Hausgewässer habe ich auf Heringe aber noch nie einen Hecht gefangen. Da laufen Makrelen, Sardinen oder Stöcker deutlich besser.

Also: Was genaues weiß man nicht!

Gruß,

Thomas
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Beitrag von Matze Koch » 13 Nov 2002 20:04

Okay, also keine Heringe!

Legst Du denn großen Wert darauf, das die Fische frisch sind, oder frierst Du ein? Und wie siehst Du das mit dem Ausnehmen der Fische? Man kommt oft nicht ganz einfach ran an Fische, die nicht ausgenommen sind. Das ist wohl irgendwie verboten oder so. Meine Heringe habe ich mir deshalb immer extra direkt vom Fischkutter gekauft. Ist das nötig? Besonders bei Makrelen?
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Beitrag von Thomas Kalweit » 14 Nov 2002 11:16

[img]images/smiles/icon_smile.gif[/img] Hallo Jackie,
beim Zanderangeln mit Süßwasserfischen, sollten sie am besten ganz frisch sein. Meeresfische können ruhig eingefroren gewesen sein. Ich habe sogar mal einen toten Hecht auf eine ranzige Makrele gefangen, die man vor lauter Gefrierbrand kaum noch erkennen konnte.

Ob die Dinger ausgenommen sind, ist gerade bei Makrelen wurscht. Stimmt, es gibt irgendeine Verordnung, dass Tiere (tote!) nur ausgenommen verkauft werden dürfen. Mit Eingeweiden ist natürlich besser, weil die noch zusätzlich "Säfte" abgeben.

Ich sammle den blutigen "Auftausaft" beim Angeln in einer Tüte und injiziere ihn zusätzlich mit einer Spritze in den Fisch.

Gruß,

Thomas
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Beitrag von Matze Koch » 14 Nov 2002 19:57

Hey, Thomas!

Du hast einen toten Hecht auf eine ranzige Makrele gefangen? Hahahohohihi! Das war der genialste Tippfehler seit langem, was hab ich gelacht!

Aber Spaß beiseite: man merkt echt, das Du weißt wovon Du redest Thomas! Werde in den kommenden Wochen so einiges umsetzen davon, und befördere Dich schon mal vorsorglich! Herzlichen Glüclwunsch zum neuen Titel: "Deutscher Des Taylor"! (Kommst ihm ja auch optisch recht nah!)

So habe ich es auch im Prinzip immer gehandhabt: Meeresfiesche einfrieren, und Weißfische frisch töten! Nun weiß ich jedenfalls vom Fachmann, das mein Fehler da nicht liegen kann.
Eingeforene Süßwasserfische fangen am besten wenn es richtig knackig kalt wird, so Januar/Februar. Damit hab ich in Holland gefangen, als Kunstköder gar nichts mehr brachten!

Auch das Injizieren von dem "Saft" ist eine gute Idee. Sicher besser als jeder gekaufte Lockstoff.

Also: Wo ist das nächste Sardinengeschäft?? Hechte, ich komme!
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Beitrag von Thomas Kalweit » 15 Nov 2002 12:34

[img]images/smiles/icon_smile.gif[/img]Hallo Jackie,

der Tipp-Fehler ist wirklich peinlich - aber lieber ein "tot" zuviel, als ein "tot" zuwenig [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img] !

Über den Spitznamen bin ich wirklich betroffen. Nicht, dass ich Des Taylor nicht schätze. Aber ich weiß aus sicherer Quelle, daß er nur im Hellen (mit Licht an!) schlafen kann...

Wie wärs mit einem Foto von Dir - damit ich mich revanchieren kann!?

Aber wieder zum Thema: Ich glaube das injizieren von Fischsaft ist wesentlich effektiver als alle Öle und Flavours zusammen. Man sollte vor dem Angeln eine Sardine/Rotauge mit Wasser durch den Mixer drehen und damit die Fische beimpfen...

Gruß,

Thomas
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Beitrag von Fisherman 15 » 15 Nov 2002 15:04

Ich hab die Unterhaltung jetzt mal mit großem Interesse verfolgt aber der tote Hecht ist wirklich das beste!!!
Was wohl heute passiert?

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Beitrag von Matze Koch » 15 Nov 2002 20:09

Was? Taylor kann nur im Hellen schlafen? Haha! Dann wundert es mich wirklich, das der so gut Aal fängt nachts!

Aber persönlich kennste den nicht? Soll nach meinen Infos auch gut was an Alk vertragen, hihihi!

Ich bin schon dabei meine Heringe zu Mus zu verarbeiten. Aber richtig ansitzen werde ich wohl erst ab Januar in Holland, wenn hier Schonzeit ist. Solange bin ich meist mir der Spinnrute unterwegs. Heute nach Feierabend war aber nichts, außer einem echt schönen Barsch. (einer der wenigen Fische die ich nicht release, sondern lieber esse.)

Bist Du eigentlich kein Fan der Kunstköder? Man sieht und hört von Dir meist nur "Köderfisch". (Darum biste für Meeresffische auch sicher der beste Ansprechpartner)
Wie sieht das denn bei Dir mit dem Anfüttern aus? Machste das auch? Und wenn, mit Erfolg?

Ein Bild von mir? Oh, nein, das wünscht Du Dir nicht! Hahaha! Außerdem kapier ich nicht, wie man das hier macht mit dem Einfügen!

Ich glaub in der vorletzen "Raubfisch" (Juli/August)war ein Bild von mir unter "Blickfänge" mit einem popeligen Minibarsch von weniger als 2 Pfund! (das Bild war eigentlich für einen Artikel vorgesehen, da grinse ich mich plötzlich von der Blickfangseite aus an! Peinlich, peinlich!)

Wenn Du Dir das antun willst: Bitte! Hahaha!

Bis denn!
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