EU-Angelbleiverbot rückt näher

Was geschieht gerade wo, wie und warum?

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Thomas Kalweit
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EU-Angelbleiverbot rückt näher

Beitrag von Thomas Kalweit » 09 Feb 2021 11:34

Anscheinend steht uns demnächst ein EU-weites Angelbleiverbot bevor: https://angling-international.com/2021/ ... justified/

Vor allem die Praxis mancher Karpfenangler, bei Herausfahren der Köder mit großen Bleien zu fischen, die sich dann im Drill lösen, ist sehr kritikwürdig. Aber auch das Blei in Bleiköpfen fürs Gummifischangeln landet an hängerträchtigen Strecken in größeren Mengen im Gewässer.

Wie ist Eure Meinung? Könnt Ihr Euch mit Stahlgewichten beim Karpfenangeln und teuren Tungsten-Jigköpfen anfreunden?
Online-Redaktion FISCH & FANG / DER RAUBFISCH
E-Mail: thomas.kalweit@paulparey.de

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Thomas Kalweit
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Re: EU-Angelbleiverbot rückt näher

Beitrag von Thomas Kalweit » 18 Feb 2021 09:50

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dieangeln12
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Re: EU-Angelbleiverbot rückt näher

Beitrag von dieangeln12 » 01 Jun 2021 11:55

Servus,

Ich finde es etwas Übertrieben,Umweltschutz hin und her.
Wir Deutschen sind doch ganz vorne in Europa wenn es um
Umweltschutz geht.
Bei der Jagd auf Wasserwild ist es schon lange Pflicht nicht Bleischrot
zu verwenden.

Gruß
Dietmar
Gruß
Dietmar

fischera
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Re: EU-Angelbleiverbot rückt näher

Beitrag von fischera » 01 Jun 2021 13:44

Ich kannte diese Angelform nicht, wo sich das Blei beim Drill löst.
Möchte ich auch nicht praktizieren.
Ich verwende Bleie viele Jahre, vom Schrotblei bis zum Grundblei.
In den Beiträgen vorher wird deutlich wie schwierig dieses Thema ist. Geht es um kleine Bleischrote die Wasservögel aufnehmen? Diese Vögel dann wieder vom Seeadler gefressen werden.
Oder geht es um die schweren Bleie die dann einfach nur im Wasser liegen und was tun?
"Elementares Blei ist bei 20 Grad und 1 bar in Wasser unlöslich"
Aus und mehr
https://www.lenntech.de/pse/wasser/blei ... wasser.htm
Wo bitte gibt es nachweisliche Probleme mit Blei im Wasser, im Boden?
Es gibt einen Haufen Probleme dort aber was haben die mit Blei zu tun?
Und wenn ja, wo kommt die Belastung her? (Gewässerrandstreifen, fehlen Bundesweit z.B.)
Über Klärschlamm
https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/pub ... _final.pdf

Deutschland ist so toll beim Umweltschutz schreibt ein User.
Leider nein.
5 Beispiele von sehr vielen
"Kommission verklagt Deutschland wegen mangelhafter Ausweisung von Naturschutzgebieten"
https://ec.europa.eu/germany/news/20210 ... schland_de

"Nach der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hätten die europäischen Flüsse und Seen Ende 2015, spätestens am 22. Dezember, tipptopp gewesen sein. Waren sie aber nicht. Das Mammutprojekt der EU musste in die Nachspielzeit. Eine Bestandsaufnahme mit Blicken in die Zukunft."
https://www.sihk.de/innovation/umwelt/f ... ten-815822

"Bis zum Jahr 2020 sollten fünf Prozent der Wälder in Deutschland aus der Nutzung genommen werden. Dieses Ziel wurde bei weitem verfehlt. Dabei sind Naturwälder von unschätzbarem Wert: Für die biologische Vielfalt und als Beitrag zum Klimaschutz."
https://www.nabu.de/natur-und-landschaf ... 26084.html

2011 ins Leben gerufen, nie ging es dem Wald schlechter als heute.
"Das Ziel der Waldstrategie 2020 ist es, die steigenden Ansprüche an den Wald und seine Leistungsfähigkeit unter einen Hut zu bekommen. An vielen Stellen in der Waldstrategie 2020 fehlen konkrete Vorschläge und Ideen. Um die Wälder an den Klimawandel anzupassen und einen effizienten Rohstoffeinsatz zu erreichen, gibt es also noch einiges an Informations- und Forschungsbedarf. "
https://blog.kox-direct.de/waldstrategi ... ng-schutz/
"
CO2-Ausstoß pro Kopf weltweit nach Ländern 2018
Veröffentlicht von A. Breitkopf, 11.12.2020
Einwohner von Katar verursachten im Jahr 2018 durchschnittlich rund 31,27 Tonnen Kohlenstoffdioxid.
CO2-Emissionen pro Kopf weltweit nach ausgewählten Ländern im Jahr 2018"
Deutschland = 8,4 Tonnen (Brasilen 1,94)
https://de.statista.com/statistik/daten ... einwohner/

Blei und Jagd, aus meiner Sicht eine besondere Form des Lobbyismus.
Steigende Seeadlerbestände, aber ...
Jeder Vogel der an Bleivergiftung stirbt, ist sehr zu bedauern, aber ist die Jagd schuld?
Wie hoch ist die Bleibelastung bei Süßwasserfischen?
Diese Zahlen stelle ich persönlich in Frage.
395 an Bleivergiftung verstorbene Seeadler von 1990 bis 2014
https://www.svz.de/regionales/mecklenbu ... 00536.html

03/2021
viel Vermutungen, aber heute konnte ich nicht einen Beitrag finden der nachweislich eine Bleivergiftung als Todesursache bestätigt.
"Ein am Montag in den Ammergauer Alpen bei Unterammergau gefundener, verletzter Steinadler ist am Freitag gestorben – an einer Bleivergiftung. Vermutlich stammt das tödliche Schwermetall aus Jagdmunition.
Es wird vermutet, dass der durch die Bleivergiftung stark geschwächte Vogel mit einem Auto kollidiert sein könnte und dabei zusätzliche Verletzungen davontrug.
https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgae ... rid-276886

Wann wird Wild gefährlich als Nahrungsmittel.
Wenn sie mehr als 50 große Portionen im Jahr essen,
bevorzugt die Bereiche wo das bleihaltige Projektil das Tier traf oder austrat. Ich kenne solch eine Person nicht.
"Forschungsprojekt „Lebensmittelsicherheit von jagdlich gewonnenem Wildbret“
Rehe, Hirsche und Wildschweine nehmen über das Futter natürlicherweise Blei auf. Wird Wild mit bleihaltiger Munition erlegt, kann dies ein zusätzlicher Eintrag in das als Lebensmittel vermarktete Wildfleisch sein."
Forschungsprojekt „Lebensmittelsicherheit von jagdlich gewonnenem Wildbret“
Aus
https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/jag ... hosse.html

Ein Ergebnis dieser Forschung
"Extremverzehrer, die bis zu 90 Wildmahlzeiten im Jahr zu sich nehmen und zu denen Jäger
und ihre Familien zählen, müssen besonders betrachtet werden. Hier kann mit Bleimunition
erlegtes Wildbret erheblich zur Gesamtaufnahme des Schwermetalls beitragen.

Für Blei kann keine Aufnahmemenge angegeben werden, die gesundheitlich unbedenklich
ist.
Folglich sollte die Exposition gegenüber diesem Schwermetall so weit wie vernünftigerweise möglich vermieden werden (ALARA). Vor dem Hintergrund, dass die Bleiaufnahme in
Deutschland über andere Quellen schon sehr hoch ist, empfiehlt das BfR daher, dass Kinder, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter auf den Verzehr von mit bleihaltiger Munition erlegtem Wildbret verzichten sollten.
https://www.bfr.bund.de/cm/343/forschun ... lemisi.pdf

Danke für die Aufmerksamkeit.

dieangeln12
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Re: EU-Angelbleiverbot rückt näher

Beitrag von dieangeln12 » 01 Jun 2021 17:32

Wenn die Grünen eine Kanzlerin stellen Fischen wir Entchen daheim
im Becken :D :lol:

Gruß
Dietmar
Gruß
Dietmar

fischera
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Re: EU-Angelbleiverbot rückt näher

Beitrag von fischera » 02 Jun 2021 02:51

@ dieangeln12 +
vor der EU Wahl wurden mal die Parteien zum Angeln angeschrieben.
Vorweg das:
"Eine grundsätzliche Rückmeldung mit dem Versprechen unsere Fragen um Angler, Angeln und Anglerschutz in der Europapolitik zu beantworten, kam von allen Parteien. Von der FDP kam auch schnell eine konkrete Antwort. Alle anderen Parteien brauchten mindestens 2 Erinnerungen und Nachfragen bis zu einer Antwort. Bis auf AfD und GRÜNE haben dann auch alle Parteien noch konkret geantwortet."
https://www.netzwerk-angeln.de/angelpol ... chutz.html

In der Auseinandersetzung bei den GRÜNEN um die K-Frage brachte CHRISTOPH VON MARSCHALL/Tagesspiegel uns aber ins Boot:
Die Redensart ist weder charmant für Bürgerinnen und Bürger, noch charmant für die Kandidatin und ihre männliche Konkurrenz.
Aber sie trifft den wunden Punkt im Ringen der führenden Parteien um die Kanzlerkandidatur.
„Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“

Auf dem politischen Parkett könnten wir eine Rolle spielen, wir müssen nur anders auftreten.
"Nimmt man aber all diese sehr unterschiedlichen Zahlen einmal zusammen, könnte man folgende Möglichkeit einmal grob annehmen bzw. schätzen:
Ca. 5 -6 Millionen Angler aus Deutschland laut Allensbach
Ca. 3,3 Millionen Angler aus Deutschland laut Arlinghaus
In Angelvereinen könnten ca. 1, 2 bis 1,4 Millionen Menschen organisiert sein
In Landes- und Spezialverbänden ca. eine knappe Million
Im DAFV als Dachverband sind ca. knapp 500.000 Zahler organisiert."
Aus:
https://www.netzwerk-angeln.de/infocent ... hland.html
Dann noch die Jäger dazu.
https://de.statista.com/statistik/daten ... t%C3%A4tig.

Ich erlaube mir hier einmal eine gerade aktuelle Auseinandersetzung zum Thema Angeln einzustellen, und ich bin gespannt ob der Herr von PETA antwortet.
Oder wollte er nur einfach etwas kommentieren, weil es in das Konzept passt.
https://www.proplanta.de/agrar-nachrich ... aDivS_komm

In einer angebrachten Kritik kann ich dem Herrn aber nicht völlig widersprechen.
F&F hat es gerade im aktuellen Heft zum Thema gemacht.
Tincas auf den Tisch.
Es wäre aber sicherlich nicht fruchtbar sich mit diesen Tierrechtlern über die Schwierigkeiten zu unterhalten wie man andere Fische vom Köder fernhält, wenn man eine Schleie (gern auch männlich) fangen möchte um sie in den Speiseplan einzubinden.
Auch der BLINKER/Juni geht auf das Thema ein, Seite 3 =Küchenfisch.
Probieren sie es aus, Süßwasserfisch in der Küche kann ein Hochgenuss sein.
In meiner Stad gab es bis ca. 1985 ein Fischgeschäft mit Rotaugen und Co.
Fangen sie nicht mit Döbel oder Barbe an. Doch die Anzahl der Gräten ist nicht aussagefähig über den Genuss.
http://www.fischerundnaturfreunde.de/rezepte.htm

Das Thema Blei.
"„Alle Schwäne in UK gehören der Queen“
Es ist umstritten, in welcher Form sich ein verlorenes Blei beim Angeln im Gewässer möglicherweise negativ auf die Umwelt auswirkt. Im Unterschied zur Jagd tritt das Blei in der Regel nicht in den Organismus von Fischen ein und damit auch nicht in den Nahrungskreislauf. Darüber hinaus sind uns keine belastbaren Messwerte bekannt, dass verlorene Angelbleie die Bleikonzentration in angelfischereilich genutzten Gewässern erhöht haben. Im optimalen Fall oxidiert das Blei, sedimentiert am Gewässergrund und geht demzufolge nur in sehr geringem Maße in Lösung. Es gibt jedoch vereinzelt Berichte, dass gründelnde Wasservögel möglicherweise kleine Bleischrote bei der Nahrungssuche versehentlich aufnehmen können.[4] Viele Vögel müssen Steine aufnehmen, um damit ihre Nahrung (Körner/Samen), im so genannten Muskelmagen, zu verarbeiten. So gibt es Berichte[5] über verstorbene Schwäne (Cygnus olor) in England, die auf die Aufnahme von Angelblei zurückzuführen waren. Diese Geschehnisse reduzierten sich jedoch durch das Verbot von Blei zwischen 0,06 - 28,35 Gramm ab dem Jahre 1987. Die ECHA bezweifelt das diese Probleme nur in UK und Irland vorliegen, da Blei beim Angeln in den meisten Mitgliedsstaaten in Europa allgegenwärtig ist."
Aus:
https://www.dafv.de/projekte/europaarbe ... eim-angeln

Ich persönlich bin bereit auf Blei zu verzichten, wenn die Gefahr durch dieses Schwermetall mir durch Studien belegt wird.

Eine Queen haben wir nicht.
Aber wenn es um Schwäne geht, kommt Hamburg/Alster ins Spiel.

Vielleicht möchte F&F da mal recherchieren, was sagt dieser Herr zum Thema Blei bei Wasservögeln als Todesursache.
https://der-eppendorfer.de/schwanenpflege/

"Die Alsterschwäne sind ein Wahrzeichen der Stadt Hamburg. Eine Abrechnung aus den Jahren 1591/1592 belegt, dass bereits seit mehr als 400 Jahren die Höckerschwäne auf der Alster auf öffentliche Kosten mit Getreidefutter versorgt wurden. 1664 stellte der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Vögel unter besonderen Schutz: es ist bei Strafe verboten, sie zu beleidigen (auch Leid zuzufügen), zu verletzen oder zu töten.[1]"
https://de.wikipedia.org/wiki/Alsterschw%C3%A4ne

Mein Heimatfluss hat nicht nur mit Blei ein Problem und mit Angeln hat das nichts zu tun!
https://www.braunschweig.de/leben/umwel ... _start.php

Eine ärztliche Untersuchung meines Körpers auf Bleibelastung vor 5 Jahren ergab keine ernsten Hinweise. Auch wenn meine Leibspeisen aus dem Fluss hauptsächlich durch Fische bestehen die am Ende der Nahrungskette stehen.
40 Jahre bin ich Angler und Pottangler.

Ja, unsere Gewässer haben Probleme, ...
"Medikamentenrückstände, flüssiges Plastik aus Duschgel und andere Mikro-Schadstoffe: Einige problematische Inhaltsstoffe aus alltäglichen Produkten überstehen die Abwasserreinigung im Klärwerk und gelangen auf diesem Weg in unsere Gewässer - und unter Umständen sogar ins Trinkwasser. "
https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher ... er710.html

Diese Gefahr möchte ich aber mitteilen, weil ich sie mal selbst erfahren habe.
Aus dem Jahr 1888
https://de.wikisource.org/wiki/Das_Aalgift
Etwas aktueller.
https://www.medienwerkstatt-online.de/l ... 277&edit=0

Petri

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