Realitätsferner NABU

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Uwe Pinnau
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Realitätsferner NABU

Beitrag von Uwe Pinnau » 13 Mai 2014 23:42

Ach was habe ich mich heute wieder mal geärgert. So gegen 19 Uhr machte ich den Fernseher an und der SWR lief anfangs. Da sprach jemand über die Jagd in Baden Württemberg und ich hörte mangels Interesse nicht genau hin. Es ging wohl um eine Novelle des Jagdgesetzes und der zu bejagenden Tierarten.
Am Ende sagte er was von: "......mit der Regelung können wir leben" oder so ähnlich. Dann war der Jagdmensch weg und ein Herr vom NABU betrat die Szenerie. Er fand das alles natürlich nicht so toll und bemängelte, daß die Jäger sich mal wieder durchsetzen konnten. Es stünden nun viel mehr Tiere auf der Liste der zu bejagenden Tiere und dann meinte er allen Ernstes was es denn den Hasenjungen brächte, wenn man die Elstern und Krähen bejagte und ".....den Fischen geht es doch auch nicht besser, wenn wir die Kormorane erschießen!" Ich denke wir sind uns einig, daß der gute Mann da voll daneben liegt, aber frage mich auch, warum nicht einmal jemand vor die Kamera geholt wird, der lieber Fische mag als die schwarzen Gesellen und mal für unsere Freunde eine Lanze bricht. Sehr ärgerlich!
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"Never argue with an idiot. They drag you down to their level and beat you with experience"



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kati48268
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Re: Realitätsferner NABU

Beitrag von kati48268 » 15 Mai 2014 10:16

Es gibt schlichtweg eine Kuscheltierpyramide.

Nur wenige wissen, dass das süße Eichhörnchen Nester plündert.
Selbst wenn man dies erklärt oder gar bildlich zeigt, ist es immer noch süßer als die Küken, die es killt.
Und das braune Eichhörnchen ist halt genauso süß wie das rote, egal ob es die roten verseucht.
Der hübsche, doch so intelligente Delphin, das Lieblingstier aller birkenstocktragenden Esoteriker, ist einer der übelsten, Vergewaltiger in der Tierwelt, sogar artübergreifend; das will niemand wissen.

Federvieh steht über Flossenvieh.
Diese Pyramide zu ignorieren bringt nix.
Wir müssen mit der Bildungs- & Naturferne der durchschnittlichen Bevölkerung leben und diese nutzen, das machen Angelgegner auch (nur deutlich besser).
Öffentlichkeitsarbeit machen Angler, indem sie sagen, die neu angelegte Flachzone ist dafür, dass die Enten dort in Ruhe brüten können, nicht etwa Weißfische dort laichen. Auf diesem Wege gibt es Zuspruch, sonst nicht.

PR kann man nicht mit Fischen machen, zumindest nicht gegen andere Arten.
Ich erinnere an die unglückselige Anti-Kormoran-Demo in Ulm; wurde auch hier beworben und ich hatte gewarnt was dabei raus kommt: Presseartikel a la, "Angler gönnen Vögeln ihre Nahrung nicht", und genauso war es.

Wer in anderen Köpfen etwas bewirken will, muss vom Empfänger ausgehen, nicht von sich als Sender der Botschaft.

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Lan
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Re: Realitätsferner NABU

Beitrag von Lan » 17 Mai 2014 12:50

Uwe Pinnau hat geschrieben:und dann meinte er allen Ernstes was es denn den Hasenjungen brächte, wenn man die Elstern und Krähen bejagte und "
da bin ich allerdings bei dem herrn...es gibt andere punkte wo man ansetzen sollte/könnte um etwas für das niederwild zu tun. im schönen schleswig-holstein rottet gerade das EEG§ das niederwild aus.
ich habs in den letzten 10 jahren bei diversen hofjagden beobachtet. als ich das erste mal mitging hatten wir sicher 5-20 hasen und fasanen pro feld die beschossen wurden. da waren die felder mit zwischenfrüchten wie senf oder anderem besetzt. viele versteckmöglichkeiten.

davon gibts hier nichts mehr...nur noch hektarweise offene erde, auf der im sommer mais steht, mit mieser bodenbedeckung. auf der letzten jagd wurde keine fasanen(1 anblick) und unter 10 hasen geschossen. nur auf 2 von über 10 feldern haben wir überhaupt was gesehen ratet mal was auf den acht ohne anblick angebaut wird....

elstern und krähen gehen mir bei diesen problemen mal so richtig am a... vorbei.

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Smile
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Re: Realitätsferner NABU

Beitrag von Smile » 18 Mai 2014 16:27

Da haben wir wieder das Problem, dass einfach nicht hinterleuchtet wird, was wirklich passiert.
In Niedersachsen beispielsweise explodieren die Preise für Pachten weil erstens die Flächen für die Bio Gas Anlagen gebraucht werden und zweitens Land als Anlageform sicher ist. Bei den beschissenen Renditen, die Kapital im Moment erzeugt, ist Land die bessere Alternative. Das heißt Banken und Finanzdienstleister brechen in historisch geprägte Gefüge ein und mischen mit Geld den Laden auf. Die interessiert nicht was aus der Landschaft wird solange nur der Rubel rollt. Das billige Geld, das unsere Konjuktur daran hindert einzubrechen, muss verzweifelt verdient werden um zum Beispiel Kapitallebensversicherungen attraktiv zu erhalten.
Was Pflanzen und Tiergesellschaften an Schäden erleiden interessiert dabei nr wenig. Und weil BIO Gas so schön umweltfreundlich klingt ist schwer zu argumentieren. An sich wäre es ideal, wenn das Gas aus Abfällen gewonnen würde. So richtig rappeln im Karton kann es aber nur wenn die Einlage für die Bioreaktoren auf die Prozesse optimiert wird. Je größer das zu drehende Rad, um so mehr Profit. Also werden den Bauern die Flächen weggepachtet von der den großen Agraindustriebetrieben. Blöd nur, dass die Bauern mit denen über einen Kamm geschoren werden.
Aber ist immer wieder der selbe Mist: Gute Produkte werden über Masseproduktion attackiert und nachdem die erfolgreich aus dem Markt geboxt wurden sinkt die Qualität mangels Vergleichbarkeit weiter ab weil auch die Profite nicht beliebig zu steigern sind. Also muss es billiger in der Herstellung werden. Ist der Kadaver komplett ausgequetscht wandert die Produktion ins Ausland ab bzw. es werden unterirdische Produkte erzeugt.
Wer sich daran erinnert was für Aromabomben Tomaten früher waren und was heute als Tomate in den Handel kommt - weiah! Dafür kriegen wir Erdbeeren rund ums Jahr, sind Ananas oder Bananen paraktisch für den Preis der Fracht zu haben, sind seifige Kartoffeln als Frühernte bereits im April als neue Ernte verfügbar oder genormte, fade Äpfel ohne Charakter das Hauptobst Jahrein Jahraus.
Die agrartechnisch genutzten Flächen bieten keinen Platz mehr für das was an heimischen Pflanzen oder Tieren erwartet werden könnte. Und weil so viele an dem Murks beteiligt sind, weist jeder fröhlich auf den anderen, schiebt seine Verantwortung von sich weg und unter fröhlicher Diskussion geht der Karren immer tiefer in den Dreck.
...."May the holes in your net be no larger than the fish in it. ~Irish Blessing"
Besser geht es ohne TSKH

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Re: Realitätsferner NABU

Beitrag von Team Hiroshi » 18 Mai 2014 19:33

Obst vom Discounter zu kaufen ist Glückssache... Ein Produkt wo Saisonarbeiter € 5.-- pro Stunde bekommen und man sich in den Ketten einen "Feuchten" darum schert unter welchen Bedingungen die da arbeiten müssen zudem ungeschützt vor Einsätzen mit Pestiziden u. dgl. - das wird einem heute als "Frischeprodukt" in den Regalen vorgelegt...

Apropos Niedrigzinsniveau: "Das war doch schon immer so das sich Versicherungskonzerne und Banken in "schwachen Jahren" sich der Immobilieneinkäufe betätigen. Rausholen was geht,- nichts investieren wenn´s Kosten bereitet um dann die Ruine ausgeschlachtet in besseren Zeiten wieder abgestoßen zu werden wenn Zinsen wieder "mehr bringen". Wer darin wohnt bzw. "haust" ist Nebensache solange sie pünktlich die Miete bezahlen und die Klappe halten.

Gruß!

Florian
"Der nächste Fisch ist meistens der bessere"

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