Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Was geschieht gerade wo, wie und warum?

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andreas b.
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von andreas b. » 08 Mai 2013 22:36

kati48268 hat geschrieben:
fischera hat geschrieben:Angler bekommen noch mehr Probleme, weil Bundesländer es ermöglichen das Menschen ohne Vorkenntnisse der Angelei nachgehen dürfen.
Im Rest der Welt ist man Angler, wenn man angelt.
In D, wenn man lateinische Namen von Unterwasserpflanzen büffelt & Verbandsmarken in Heftchen klebt.
Aber der Rest der Erdenscheibe irrt natürlich. :roll:
Früher hieß das mal: "Am deutschen Wesen, soll die Welt genesen!" - und nahm kein gutes Ende.
Viele Grüße aus'm Osten
Andreas
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Smile
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Smile » 09 Mai 2013 11:06

Mir wäre es lieb, wenn wir weniger 'vorbeugende' Bürokratie bei der Angelei an den Tag legen würden und stattdessen mehr Augenmaß beim Angeln selber beweisen würden. Durch die Hürden, die wir in Deutschland aufbauen, verhindern wir, dass Leute das Angeln als Freizeitbetätigung für jedermann empfinden. Wir sind Naturschützer/Tierfreunde und 'DIE' sind Angler können 90% der Bundesbevölkerung sagen und damit sind wir ausgegrenzt. Und wofür?
Welcher Einfaltspinsel glaubt denn ernsthaft, dass Angeln mit vorgeschaltetem geprüften Schein unseren Gewässern nützt? Besser wäre es doch mehr ungeprüfte und bezahlte Fischereischeine unters Volk zu bringen und mehr 'Wir statt Die' zu erzeugen, klare Regeln aufzustellen und die Überwachung einschließlich der Kontrolle ob eine bezahlte Erlaubnis vorhanden ist auch konsequent zu überwachen. Das Vergleich Führerschein - Sportfischerprüfung greift nicht weil ich auch Fahrrad fahren kann ohne Schein. Wenn die Anarchie auf Deutschlands Straße schüren, dann nur deshalb weil Ihnen (politisch gewollt) niemand auf die Finger bzw. Pedale haut. Und Autofahrer sind trotz Führerschein und Punkteregelung keinen Deut besser! Was ich teilweise tagsüber erlebe spottet jeder Beschreibung. Aber zurückzum Angeln.
Wenn eine größere Zahl von Menschen sich dem Wasser verbunden fühlen würde, wäre das für die Habitate unsere Fische sehr vorteilhaft. Außerdem würde nicht immer der Automatismus greifen: Naturschutz = Angler ausperren. Wieso ist anderer Wassersport, spazieren gehen mit Hundchen und Radfahren in Naturschutzgebieten statthaft aber Angeln automatisch ein Unding? Weil es mehr Leute gibt, die mit einem Hund unterwegs sind als mit einer Angelrute!
Wenn es den Hundehaltern gegen den Strch geht, machen die sofort ein Riesentheater und finden auch ein breites Echo weil sie sich in der Mitte der Bevölkerung wissen. Aber wenn Angler auf Komorane, Wasserkraft oder Stauwehre schimpfen sind sie eine isolierte Minderheit. Und so springt man mit ihnen um.
Raus aus dem elitären Prüfungsumfeld nach Sportfischerprüfung - rein in die Mitte der Bevölkerung. Das würde der Angelei deutlich mehr Akzeptanz verschaffen. Ich habe dutzende Anfragen gehabt ob Leute mal mitgehen könnten. Klar können die - aber nur zusehen. Das ist doch Murks! Besser Angel in die Hand und fischen lassen. Meine Frau würde im Leben keine Sportfischerprüfung machen. In NL ist regelmäßig mit dabei und völlig legal unterwegs.
Wieso geht MeckPomm den Weg mit den Urlaubsscheinen? Weil der Bedarf da ist! Also mal nachdenken wie wir damit umgehen sollte und der Sache zu dienen.
Mit Naturschutz und Angeln könnte es vielleicht wieder Gewässer geben die durch C&R autochthone Bestände aufbauen und erhalten. Wir müssen im Kopf bei den Leuten ansetzen und nicht bei den Papieren in der Brieftasche.
...."May the holes in your net be no larger than the fish in it. ~Irish Blessing"
Besser geht es ohne TSKH

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Steinbuttt » 09 Mai 2013 13:22

Smile hat geschrieben:Wieso geht MeckPomm den Weg mit den Urlaubsscheinen? Weil der Bedarf da ist! Also mal nachdenken wie wir damit umgehen sollte und der Sache zu dienen.
In diesem Jahr werden hier in M/V die Regelungen sogar noch weiter glockert:

http://www.proplanta.de/Agrar-Nachricht ... 94960.html

Ich weiß nicht wieviele Einsteiger/Anfänger/Jungangler es in den ganzen Jahren gewesen sind, die mich für ihre ersten Schritte ans Wasser begleitet haben? Letztens waren es sogar meine eigenen Kinder!
Sich einem erfahrenen Angler anzuschließen, ist für mich ein wesentlich besserer Weg um in das Hobby zu starten, als drei Tage Theorie zu büffeln!

Ich habe es damals genauso gemacht, als Jungangler habe ich mich einem erfahrenen und total netten Opi angeschlossen, der mir die ersten Schritte gezeigt hat.
Und in vielen Fällen ist es ja sogar der eigene Vater oder Opa gewesen, der einem das Angeln beigebracht hat. Und an diese Augenblicke denkt man dann sein ganzes Leben mit Freude zurück!

Gruß Heiko

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Lahnfischer » 09 Mai 2013 14:31

Es gibt ausser Deutschland nur sehr wenige Länder, die so grosse Hürden wie die Fischereiprüfung aufstellen, um überhaupt mal ne Angel am Wasser halten zu dürfen. Sind die Angler anderer Länder deswegen schlechter wie wir?

Sicherlich nicht, eher sogar umgekehrt, wer was anderes behauptet, der ist sehr von sich selbst eingenommen. Wenn ich hierzulande neue Petrijünger sehe, die die Prüfung geschafft haben und frisch am Wasser stehen, die haben meistens keine Ahnung von gar nichts. Da ist weder Wissen vorhanden, wie man eine, nach dem Zielfisch passende Montage zusammen stellt, kennen keine Angelknoten und und und... :roll:

Gleiches liest man ja auch in den Foren, da stehen einem teilweise büschelweise die Haare zu Berge, wenn man die Fragen liest und man fragt sich automatisch, wozu so eine Schwachsinnsprüfung überhaupt abgehalten wird, wenn den Leute elementares Grundwissen übers Angeln eben nicht vermittelt wird. Ich tippe mal einfach auf Geldschneiderei oder noch schlimmer, um die Leute vom Angeln abzuhalten :twisted:

Ich hatte damals schon einige Angeljahre auf dem Buckel, als ich gezwungener Weise die Prüfung ablegte, denn die war damals Voraussetzung, um in den Verein aufgenommen zu werden. Viel neues Wissen wurde mir da dann wirklich nicht vermittelt, ich hatte damals schon als Bub alles lesenswerte in mich hineingefressen (mein Mentor hatte die F&F im Abo und ich bekam gesammelte Werke von mehreren Jahren inkl. diverser Bücher geschenkt), nachdem ich mit einem erfahrenen Angler ein paar mal mitgehen durfte und so erste eigene Erfahrungen sammeln konnte. Gekostet hat es damals vor allem viel Zeit und Geld, beides damals sehr knapp vorhanden... :mrgreen:

Von daher finde ich sogar die Forellenpuffs ok, denn da wird nicht generell nach nem Schein gefragt und der Nachwuchs kann erst einmal sachte an die Materie herangeführt werden und erste eigene Erfahrungen und Fangerfolge machen :!:
Gruß Thomas

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von fischera » 10 Mai 2013 11:20

Guten Tag,
natürlich waren in meinem Beitrag nicht die interessierten, unter Aufsicht, späteren Angler, gemeint.
Dann wird diese Meldung ja einige Schreiber erfreuen.
http://www.schleswig-holstein.de/MELUR/ ... chein.html
Erlaube mir aber trotzdem den Hinweis einmal darüber nachzudenken was Verbands und Vereinsarbeit leisten.
Auch hat meine Angelei mit dieser Art, nichts zu tun. X Urteile sprechen da in dieselbe Richtung.
http://www.copernico.de/tierschutzbeira ... ngelzirkus

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von kati48268 » 10 Mai 2013 18:33

Die Leistung von Vereinen & Bewirtschaftern allgemein stelle ich nicht in Frage, im Gegenteil.

Bei den mit Machtspielchen, Pöstchengerangel & sich selbst beschäftigten Verbänden, die in meinen Augen undemokratisch, intransparent, überflüssig bis schädlich und meilenweit von der angelnden Basis entfernt sind, sieht das völlig anders aus.
Erst recht was den Bundesverband betrifft, der wohl größten Gefahr für das Angeln in Deutschland.

Zu dem 2ten Link von dir:
"Angeln braucht einen vernünftigen Grund"; oh ja, volle Zustimmung. Und dieser Grund ist das Angeln selbst!

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Smile » 13 Mai 2013 08:51

Wäre doch schön, wenn Vereine interessierte Nachwuchsangler an die Hand bekämen und da an den liebevoll gepflegten Gewässern ausbilden könnten. Erfahrene Angler in 1:1 Situation geben Erfahrungsschatz weiter.
Besser als dieses teilweise blöde Geschwätz was in Kursen geliefert wird. Da wird vorgegebenes Bulemiewissen gepaukt - muss ja sein weil es sonst nix mit dem Schein wird - und am Wasser setzt die Hilflosigkeit ein. In meiner 'Ausbildungszeit' erzählte der Prüfer davon, dass vermutlich nur einer von uns mal einen Hecht von >80 cm fangen würde und wie ein Vereinskamerad im Kampf mit so einem Ungeheuer nach dem Revolver im Handschuhfach gefragt habe um das 'Biest' noch im Wasser abzuschießen. Müsste auch sein weil diese Fische nur die Bestände schwächen. Am besten nach dem Schlucken des Köderfischs noch eine Zigarette rauchen vor dem Anschlag, damit diese Räuber aus dem Wasser kommen.
Was für ein Quatsch.
Wobei das unfair ist, weil ich weiß, dass es da auch total engagierte Leute gibt die tollen Unterricht machen und brauchbares Wissen vermitteln können. Aber wer käme auf die Idee jemandem einen Führerschein auszustellen, weil er weiß wie der Carnot'sche Kreisprozess funktioniert, den Brennwert von Kraftstoffen und Vorfahrtsregeln kennt.
So schicken wir Anfänger ans Wasser: Legal aber von Wissen ungetrübt.
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