Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Was geschieht gerade wo, wie und warum?

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kati48268
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von kati48268 » 01 Feb 2013 17:24

Smile hat geschrieben:... Mit Fischen sind einfach weniger Leute zu interessieren als das mit Vögeln möglich ist.
Selbstverständlich hast du recht damit.

Deswegen bin ich persönlich auch der Meinung, dass die Kormoranproblematik -die zweifelsohne vorhanden ist- falsch angegangen wird. Das war schon bei vergangenen Aktionen (z.B. die peinliche und deswegen fehl gelaufene Demo in Ulm) der Fall.

Auch bei dieser Aktion wird eine Konkurrenz 'Angler vs. Vogel' aufgemacht;
- "unsere" Fische schützen
- entnimmt mehr Fisch als 20 durchschnittliche Angler
- Überbestand der Kormorane führt zu einer Überfischung unserer Gewässer
- Angler müssen sich an Schonzeiten und Mindestmaße halten (auch noch "müssen")

Mit einem solchen Konkurrenzbild ist bei der nichtangelnden Bevölkerung kein Blumentopf zu gewinnen, Im Gegenteil, das stösst ab ...mich auch. Da bleibt nur der Gedanke, "die gönnen einem Tier sein natürliches Fressen nicht, weil sie's selbst fressen wollen'.

Ich vermisse bei dem gesamten Kormoranthema
- eine nüchterne, wissenschaftliche Analyse,
- Erklärungen, wie es zu der Invasion überhaupt kommt,
- welche Folgen sie hat,
- was genau unternommen werden kann & soll,
- was man als Ziel überhaupt definiert,
etc. -> aber ohne diese ganzen Emotionen.

Es ist doch mittlerweile völlig verrückt, was für eine Mythologie sich entwickelt.
Ich stehe mit irgendwem am Wasser (Vereinssee, so gut wie gar nicht belastet durch den schwarzen Geier), der Kollege vor mir jammert rum, dass er nix fängt: "natürlich sind die verdammten Kormorane schuld (alternativ waren's die Russen), die müssen doch abgeschossen werden (nein, den Spruch spar ich mir jetzt)".
10Min. später zeig ich in die Luft, wo grad ein schwarzer Geier her zieht, und sage, "oh, schau mal".
Zurück kommt, "is dat ein Bussard oder Falke?"
Auf diesem und ähnlichem Niveau erlebe ich die Kormoranproblematik.
Wohlgemerkt: meine Hausgewässer sind kaum belastet. Ich erleide nicht das Schicksal mancher Kollegen, die z.B. ihre Äschenbestände verlieren.

Lieber Henning, sei mir nicht böse.
Ich bin überzeugt, dass du es gut meinst und du grundsätzlich in die richtige Richtung willst, aber so kann ich diese Aktion nicht unterzeichnen. Ich freue mich (wie immer) auf die nächste F&F, bin gespannt, wie das Thema dort aufbereitet wurde und werde meine Entscheidung dann überdenken.

@smile
Da die Masse der Angler sicherlich nicht meine zugegebenermaßen zimperliche Haltung teilt, bin ich ebenso erstaunt wie du, dass der Schwung noch nicht wirklich stattgefunden hat.
Ich denke, die Veröffentlichung im Heft wird einen großen Schub bringen.
Trotzdem ist es leider üblich, nur eine große Fresse am Stammtisch oder an der Tastatur zu haben, seinen Hintern jedoch lieber nicht zu bewegen und noch weniger mit seinem Namen auch für das zu stehen, was man denkt; siehe auch andere kritische Themen hier im Forum.

Deshalb fordere ich -trotz meiner persönlichen Kritik- diejenigen auf zu unterzeichnen (geht ja auch anonym), die die Aktion für richtig halten.
Sagen, was man denkt, tun, was man sagt!

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Rumelner » 01 Feb 2013 18:05

Inwieweit diese Aktion Früchte bringt wird sich zeigen. Aber das sogenannte "Kormoran Management" der EU ist eine Farce. Deshalb : unterschrieben & gesendet!

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Smile
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Smile » 03 Feb 2013 11:09

Der Kormoran ist ein aus Asien eingebürgerter Vogel der hier nicht in die Fauna gehört. In geringen Zahlen wäre seine Existenz in Europa nicht problematisch. Der jetzt vorhandene Bestand bringt aber erhebliche Probleme mit sich. Die Menge an gefressenen einerseits und geschädigten und damit zum Tod verurteilten Fischen andererseits ist immens.
Wir leben leider in einer Zeit wo sich der größte Teil der Bevölkerung so weit von der Natur und natürlichen Prozessen entfernt hat, dass teilweise skurrile Sichtweisen auf das Miteinander von Mensch und Umwelt greifen. Wer jedes Vieh und Kraut wie seinen Teddybären umhätschelt ist Naturschützer und darf jeden, der zum Verzehr ein Tier tötet, als Mörder diffamieren der seine abartigen Triebe an unschuldigen Kreaturen auslebt. Was den Pseudonaturschützer nicht daran hindert, sich beim Italiener um die Ecke Kalbfleisch, Putenbrust oderSchweinfilet zu bestellen. Dort zubereitet auf dem Teller oder im Supermarkt in Plastikfolie gewickelt, ist das ehemalige Tier so weit zerlegt, dass es nicht mehr zu erkennen ist. Der Streichelreflex wird so ausgehebelt um ohne Gewissensbisse den Verzehr ermöglichen.
Diese Tier haben jedoch alle noch den Vorteil des Kindchen Schemas und sind uns auch ausgewachsen noch relativ ähnlich oder sie bewegen sich in oder über unserer Sphäre. Das bedeutet sie sind leicht auszumachen oder zu beobachten. Dem Laien ist damit die Gleichung möglich, viele Tiere = intakte Natur, ohne dabei zu berücksichtigen welche Tiere er sieht. Es kreucht und fleucht – also wird es schon in Ordnung sein.
Doch wie sieht es unter der Wasseroberfläche aus? Getrennt durch die Barriere der verschiedenen Atmung, durch Lichtbrechung und Spiegelung weitestgehend ausgeschlossen von der Wahrnehmung, leben Fische für die meisten Menschen in einem separaten Kosmos. Wer wo lebt, welche Arten es sind, welcher immensen Anstrengungen es bedarf um sich selbstreproduzierende Bestände aufzubauen und zu erhalten ist den meisten nicht klar. Und ausgerechnet die Angler sind es die dort die meiste Zeit investieren und sich um die Früchte ihrer Arbeit gebracht sehen. Dabei geht es Ihnen in den meisten Fällen nur zweitrangig um den gefangenen Fisch als um das naturnahe Gewässer als Teil eines Ökosystems. Nur, wer hat außer Anglern denn überhaupt ein Interesse an dem Erhalt naturnah bestückter Gewässer, wer verzehrt Fische jenseits des Rastermaßes fabrikfertiger Tiefkühlportionen? Wer würde überhaupt bemerken, dass da etwa in Unordnung geraten ist?
Mit Vogelschutz ist gut Spendenkasse machen und mit dem Angler/Jäger als tötungsgeilem Individuum welches um der Freude am Morden wegen schlachtend durch die Natur zieht, ist ein wohlfeiles Feindbild gern bei der Hand. Und die Gleichung, das Angler und Jäger Kormorane platt machen um mehr Fische für den eigenen Bedarf zu haben ist so simpel, dass sie auch dem deutschen Michel eingängig ist.
In den letzten zwei Jahren habe ich exakt zwei geangelte Fische aus Gewässern entnommen, selbst getötet und mit meiner Familie anschließend verzehrt. Wenn ich den Verlust von ganzen Beständen von Fischarten in bestimmten Regionen beklage, dann mit Sicherheit nicht, weil ich Sorge um die Fische habe, die ich nicht mehr entnehmen könnte, sondern weil ein völlig aus der Kontrolle geratenes Neozoon ein Ökosystem aufmischt.
Wenn ich etwas zu beklagen habe, dann eine ideologische Verblendung, die eine Organisation an den Tag legt, die sich als Naturschützer bezeichnen. In Ihren eigenen Fischteichen müssen sie die Populationen mit Besatz stützen, den sie aus Regionen beziehen, wo der Kormoran dezimiert wird. Ein Fisch, der in anderen Gegenden der Welt aufgrund seiner ungeheuren Vermehrungsrate bekämpft wird, kann sich gegen den Fraßdruck der Kormorane nicht erfolgreich zu Wehr setzen. Wer nur Spendengelder nach Herzenslust verbrennen kann, der mag mit diesem Konstrukt leben können. Wer jedoch wirtschaftliche Interessen zu wahren hat oder seine Leidenschaft zu einem natürlichen Gewässer gemeinsam mit anderen aus einem schmalen Geldbeutel finanziert, wird einen anderen Umgang mit dem Problem favorisieren.
Eine Parallele zu ziehen, wie zu den klassischen Beute / Jäger Beziehungen, ist hier nicht möglich. Der Bestand an Prädatoren im Bereich der Säugetiere wächst nur sehr langsam und orientiert sich eng am Vorhandensein von Beute. Zusammen mit einer relativ hohen Standortreue ergibt sich eine enge Verzahnung zwischen den Beutetieren, den Jägern und dem gemeinsam genutzten Ökosystem. Die Regulierung des Bestandes an Beute schützt den gemeinsamen Lebensraum vor Überweidung. Dieses Miteinander ist bei Kormoranen jedoch nicht gegeben. Der Kormoran beutet systematisch vorhandene Nahrungsquellen bis zur Erschöpfung aus und zieht anschließend weiter. Eine Reaktion auf schwindende Nahrungsquellen ist nicht die Verringerung der Vermehrungsrate sondern das Ausplündern anderer Regionen. Verschiedene Erhebungen, die einen massiven Schaden an Beständen von Äschen, Renken oder Forellen dokumentieren, werden beiseite gewischt, mit dem Hinweis auf bekannte Vorurteile. Weil diese Untersuchungen von Verbänden oder Interessengruppen in Auftrag gegeben werden, die sich mit Fischen und Gewässern auseinandersetzen, von wem denn sonst, lassen sie sich per se als Interessengeschwafel diskreditieren. Die negativ besetzte Wahrnehmung von Jägern und Anglern enthebt jeden der als Naturschützer auftritt, von der Pflicht seine Behauptungen zu belegen, wenn er deren Argumente noch so polemisch angreift.
Ich frage mich, welchen Schaden Kormorane noch anrichten müssen, bis auch Menschen, die sich mit dem Schutz von Gewässern nicht auseinandersetzen, begreifen, dass dringender Handlungsbedarf besteht.
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Alex Muc » 03 Feb 2013 11:47

Alle Daumen hoch, Sigurd!

Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen und dein Posting zeigt, dass nicht alle von uns mit Stumpfsinn gestraft sind oder irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe kompensieren müssen (ich erinnnere nur an die "Rutenlängenkampagne" :wink: ).

Gruß,
Alex.

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Smile » 03 Feb 2013 18:52

Alex, das Problem in der Sache besteht in erster Linie darin, dass wir Angler als Fisch schlachtende Deppen die mit Hungerpeitsche am Wasser stehen gesehen werden. Das heißt, wann immer wir auf einen Missstand hinweisen, kommt dieser argumentative Schnappreflex: Die gönnen den anderen Nahrungskonkurrenten ihren Teil vom Fisch nicht. Wenn ich auf der Petitionsseite einen Teil der Kommentare lese, bin ich allerdings fast geneigt mich dieser Sichtweise anzuschließen.
Leider ist es so, dass ein großer Teil unserer Gewässer tatsächlich mit Tonnen von Fisch besetzt werden, die dann von einer bestimmten Klientel binnen kürzester Zeit wieder herausgeangelt und eingefroren werden. Dieser Typus Angler entspricht aus Sicht der nichtangelnden Bevölkerung aber exakt dem erwarteten Bild. Ich stelle immer wieder fest, dass wenn ich mit Nichtanglern über meine Leidenschaft zur Angelfischerei rede, diese völlig überrascht sind, wie vielschichtig das Thema ist. Allein die Aussage, dass mich die Größe des Fisches nur untergeordnet interessiert, ist in deren Augen eine Sensation. Der abgewiesene Wunsch ihnen Fisch mitzubringen löst sogar Irritation aus. 'Musst doch froh sein Deine Beute loszuwerden - Ihr könnt doch nicht bloß Fisch essen'. Letztlich ist es aber so, dass die Menschen ganz interessiert sind und gerne zuhören (und auch gerne einmal selber angeln würden!)
Ich behaupte, dass wenn der Zugang zum Angeln in Deutschland geringere Hürden hätte, wäre die Akzeptanz deutlich größer. Aber da wir fast eine Geheimwissenschaft aus der Angelei machen, schotten wir diesen Bereich wegen der hohen Hürde von weiten Teilen der Bevölkerung ab. Wer sich jedoch nicht für den Fischbestand der Gewässer interessiert, wer sich nicht mit den Arten und dem verknüpften Ökosystem auseinandersetzt, der ist mindestens unbeteiligt bzw. lässt sich leicht vereinnahmen. Die Gewässer werden als argwöhnisch gehütete Pfründe einer kleinen Gruppe gesehen, die damit für die große Mehrheit von Desinteresse sind. So wie ein Normalverdiener eine gewisse Häme empfände, wenn der Golfclub um die Ecke plötzlich eine Maulwurfsepidemie auf ihren Greens zu ertragen hätte. Geschieht den reichen Säcken doch Recht. Bei uns schlägt eben der Kormoran den geizigen Anglern, die all die tollen Fische für sich behalten wollen, ein Schnippchen. Der Vogel nimmt sich zurück, was missgünstige Menschen ihm und anderen armen Tieren nicht gönnen. Ein flatternder Robin Hood in schwarz, sozusagen.
Der Schaden betrifft andere, da ist es auch einfach großzügig zu sein. Wir büßen so im Grunde stellvertretend die Überfischung der Meere. Der Kormoran ist also die Strafe für billige Fischstäbchen. Wie praktisch, dass es den deutschen Michel nicht selber trifft, sondern nur die schlimmen Angler und Jäger.
Ich bin immer wieder fasziniert davon zu welchem geistigen Spagat vernünftige Menschen da in der Lage sind. Fische haben praktisch keine Lobby. Man stelle sich vor es würde ein Nashornpenis für 2.000.000 US$ in Asien verkauft. Die Welt würde aufschreien und die Todesstrafe für die Wilderer fordern. Geht ein Blauflossenthun für den Betrag über den Tresen, kommt es wegen der Summe in die Zeitung – mehr nicht.
Frag mal irgendwen in Deutschland auf der Straße wie eine Äsche aussieht oder eine Schlei, oder frage mal welches der 5 Tiere eine Fischart ist: Schlei, Rotfeder, Fischotter, Döbel oder Renke. Du hättest eine faire Chance, dass der Fischotter das Rennen macht. Die Leute haben schlicht keine Ahnung und verlassen sich daher auf Gefühle. Federn sind uns einfach näher als Schuppen. Vögel singen schön, die fressen so niedlich am Vogelhäuschen und schon der heilige Franziskus hat für die Vögel gepredigt, Fische dagegen fressen Propheten. 1:0 für den Kormoran.
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Alex Muc » 03 Feb 2013 22:02

Smile hat geschrieben:Alex, das Problem in der Sache besteht in erster Linie darin, dass wir Angler als Fisch schlachtende Deppen die mit Hungerpeitsche am Wasser stehen gesehen werden. Das heißt, wann immer wir auf einen Missstand hinweisen, kommt dieser argumentative Schnappreflex: Die gönnen den anderen Nahrungskonkurrenten ihren Teil vom Fisch nicht. Wenn ich auf der Petitionsseite einen Teil der Kommentare lese, bin ich allerdings fast geneigt mich dieser Sichtweise anzuschließen.
Leider ist es so, dass ein großer Teil unserer Gewässer tatsächlich mit Tonnen von Fisch besetzt werden, die dann von einer bestimmten Klientel binnen kürzester Zeit wieder herausgeangelt und eingefroren werden.
Traurig, aber wahr! Ich habe mich neulich am Wasser auch mit einem "Kollegen" unterhalten, der mir Stolz vorgerechnet hat, dass der knapp metrige Zander aus dem Vorjahr seinen Beitrag für die Jahreskarte mehr als wett gemacht hat. Von einem anderen (, den ich im vergangenen Jahr nur einmal am Wasser gesehen habe) heißt es, dass er sich seine Norwegenurlaube mit den verkauften Filets finanziert hat. Ich hab's ja schon öfter gepostet: Neid und Gier sind zwei wunderbare menschliche Charaktereigenschaften. Getreu dem Motto: Nach mir die Sintflut.

Wenn ein Nichtangler sich mit einem derartigen Gierlappen unterhält, dann kann ich die Schlussfolgerung, dass Angler allesamt (man pauschalisiert halt gerne) Irre sind, die in ihrer Gier nicht einmal den armen Wasservögeln ihre zustehende Nahrung gönnen, auch nachvollziehen. Für derartige Angler ist ein Gleichgewicht in Flora und Fauna auch völlig belanglos. Wenn wenig gefangen wird, dann wird halt zu wenig besetzt und laut geschrieen und sich beschwert, wofür denn die Beiträge gezahlt werden. Geht dann doch mal ein Kapitaler an den Haken, wird er abgeschlagen, denn: 1.) Wenn ich ihn wieder zurück setze, kann ihn ein anderer fangen, der ihn dann entnimmt und 2.) ich hab eh so schlecht das Jahr über gefangen, mit dem Fisch habe ich wenigstens meine Beiträge wieder drin.

Gerade wenn "schlecht" gefangen wird, sollte man sich mal überlegen, ob es nicht an hohem Angeldruck und Entnahme bestimmter Fischarten liegen könnte.

Gruß,
Alex.

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Lahnfischer » 04 Feb 2013 11:13

Gruß Thomas

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Smile » 04 Feb 2013 19:22

Sehr interessanter Artikel. Da wird sogar meine Aussage zur Räuber/Beute Relation angesprochen.
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Henning Stühring
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Henning Stühring » 05 Feb 2013 15:39

Wenn man mal die Reaktionen auf unsere Kormoran-Petition in diversen Online-Foren liest, wird schnell klar, dass hier Aufklärung auch unter Anglern dringend nötig ist (hier heben sich allerdings die Beiträge im F&F-Forum deutlich positiv ab). Aus diesem Grund werden wir uns - wie gesagt - im nächsten Heft intensiv der Thematik widmen, um aufzuklären. Natürlich ist eine Petition/Unterschriftenaktion da vergleichsweise "emotionaler", zuspitzender - hier kann man nicht erst seitenlange Hintergründe liefern, um dann eine "weiche Formel" zu präsentieren. Und natürlich haben wir uns da entsprechend beraten lassen.
Bemerkenswert ist, dass inzwischen sogar die überwältigende Mehrheit des Deutschen Bundestags überzeugt davon ist, dass es ein Kormoran-Problem nicht nur gibt, sondern dass auch gehandelt werden muss, siehe
http://www.bundestag.de/presse/hib/2012 ... 46/02.html
Da fragt man sich, warum in nicht wenigen Forumsbeiträgen Angler selbst (noch dazu mit sachlich falschen Behauptungen) bestreiten, was ihr Hobby negativ betrifft, während unsere Volksvertreter tatsächlich entschlossen scheinen, die Fische besser vor den Kormoranen schützen zu wollen?
Man fragt sich auch, wie unsere viel kritisierten Verbände, die sich ja endlich vereinigen sollen, diese uneinige Basis vertreten sollen, ohne dafür gescholten zu werden?
Aber zurück zu den Fakten für das aktuelle Problem, die wir hier schon mal vorab in Bezug auf unseren Heftschwerpunkt zur Kenntnis bringen möchten:
- Es ist schlicht falsch zu behaupten, dass Problem sei nicht lösbar, die Kombination Vergrämungsabschüsse plus Sterilisierung der Eier würde sehr wohl nachhaltig wirken (allein letztere Maßnahme kam in Dänemark erfolgreich zur Anwendung, der Brutbestand sank in der Folge deutlich). Dass die Bestandsexplosion der Kormorane einher geht mit dem vor Jahrzehnten eingeleitetem Totalschutz der Vögel zeigt ja auch, dass der Mensch sehr wohl regulieren kann, in die eine wie die andere Richtung ...
- Alle anderen Maßnahmen haben nach Untersuchungen des Experten Dr. Franz Kohl nicht effektiv gewirkt
- Es ist ebenso falsch zu behaupten, dass naturnah belassene Gewässer weniger betroffen seien. Fallbeispiel Ahr in Rheinland-Pfalz. An diesem Nebenfluss des Rheins verringerte sich der Fischbestand von 712 (1994) auf 337 (1996) und schließlich 184 (1997) Kilo pro Hektar (wasserdicht dokumentiert durch E-Fischen). In den Wintern nach 1994 kam es zu regelmäßigen Kormoran-Einflügen, andere negative Einflüsse auf den Fischbestand (Verschmutzungen, Hochwässer, Nahrungsknappheit) konnten nicht nachgewiesen werden. Bemerkenswert am Fallbeispiel der Ahr ist ferner, dass die Verluste in naturnahen Strecken höher als in den regulierten Flussabschnitten sind. Es bleibt also nur ein Verursacher für den drastischen Rückgang der Fischbestände: der Kormoran.

Also, unterschreibt bitte - es kommt wirklich auf jede Stimme an!

Danke für eure tolle Unterstützung!
Chefredakteur FISCH & FANG
fuf@paulparey.de

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von kati48268 » 05 Feb 2013 21:49

Moin Henning,

nicht dass du mein Posting falsch auffasst, ich habe weder die Kormoranproblematik geleugnet, klein geredet oder ähnliches, und auch nicht die wirklich strange Diskussion aus einem anderen Forum hierher getragen.
Aus der dortigen Diskussion habe ich mich übrigens herausgehalten.
Meine Intention ging ausschließlich in die Richtung wie emotional das Thema fast immer angegangen wird und wie dieses auf manche, insbesondere die Öffentlichkeit wirkt.
Bin nach wie vor gespannt auf die Berichterstattung in der nächsten F&F.

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Daniel_F » 06 Feb 2013 01:07

Ich bin auch sehr gespannt auf den Bericht in der F&F.

Es stimmt, das Thema wird leider häufig sehr emotional angegangen - besonders im Internet, wo sich die Kehrseite der Anonymität zeigt. Trotzdem: Es ist wichtig, dass die Kormoran-Problematik endlich auf den Tisch kommt und ernsthaft in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und von Entscheidungsträgern rückt. Daher unterstütze ich die Petition.

Wir - damit meine ich Angler "im positiven Sinne" können 2 Dinge tun, um den Stammtisch-Parolen, unsachlichen Äußerungen, Unterstellungen und Beschuldigungen entgegen zu wirken. Entweder ignorieren oder sachlich argumentieren, warum ein vernünftiges Kormoran-Management allen (!) etwas bringt. Mit manchen Menschen kann man nicht diskutieren - ich habe aber festgestellt, dass viele Leute doch offen für Argumente sind und auch die Problematik dann erkennen, weil ein unkontrollierter Kormoran-Anstieg nicht nur uns Anglern und Berufsfischern Schaden zufügt, sondern auch der Natur, den Fischen und den anderen Tieren, die sich von Fisch ernähren, weil sie einer immenser Fress-Konkurrenz nichts entgegen setzen können.

Wichtig ist, dass das Thema endlich mal angegangen wird.

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Smile » 10 Feb 2013 17:12

8.000 Unterschriften aus Deutschland - boah - diese Aktion ist ja ein überwältigender Erfolg. Wer hätte gedacht, dass die Angler so solidarisch und engagiert sind.
Wir sind unser Unglück selber schuld. Deswegen werden wir auch an jeder Stelle wo es nur geht untergebuttert. Ich reg mich jetzt nicht weiter auf. Was soll auch der Scheiß.
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Smile » 15 Feb 2013 12:34

Da macht sich Henning die Mühe und reicht eine Petition ein, um 7 Milionen Anglern aus der Seele zu sprechen. 7.000.000 Leute die mehr oder weniger aktiv einem Hobby nachgehen, wo es um Fische geht. Fische werden, zumindest in Teilen, derzeit durch das massenweise Auftreten eines eingebürgerten Exoten im Bestand bedroht. Der Schaden für die betroffenen Ökosysteme ist im Moment noch nicht absehbar.Es zeichnet sich jedoch ab, das für einige Arten die Vokabel verheerend durchaus eine zutreffende Zustandsbeschreibung für die Schäden ist.
Unterhält man sich unter Anglern ist der Komoran als Schädling absolut konsenzfähig. Außerdem wird in der Regel die Meinung geteilt, dass geringe Bestände tolerabel sind. Dem massierten Auftreten der Vögel sei jedoch Einhalt zu gebieten. Das bedeutet, dass die Bestände veringert werden müssen. Wie? Indem der Vogel systematisch bejagt wird und gleichzeitig der Bruterfolg einzuschränken ist. Klartext: Abschuß und Maßnahmen zu Verringerung von Nestlingen vor oder nach dem Schlupf.
Und was passiert mit der Petion von Henning? Na - nix!
Inzwischen ist die Zahl der Unterzeichner auf weniger als 200 pro Tag gelandet. Damit ist in der verbleibenden Zeit eine Verdopplung der Zahlen der Unterzeichner auf etwa das Doppelte zu erwarten. Das wären dann sagenhafte 0,02 - 0,03% der Bundesbevölkerung.
Wenn jetzt die Zahlen der Angler in Deutschland mit 7.000.000 schlicht zu hoch gegriffen sind und wir statt fast 10% nur 5% der Bevölkerung stellen, stellt sich für mich noch immer eine Frage: warum unterschreiben 99,6 Prozent der Angler nicht? Selbst wenn 50% der Angler 'pro' Kormoran unterwegs wären, weil sie z.B. aufgeräumte Teiche schätzen, würden noch immer 98,8% der Unterschriften fehlen, die es eigentlich sein müssten.
Mischen wir diesen Eindruck mit dem Auftreten der Angelverbände und seiner regionalen Organisationen plus dem selbstherrlichen Vereinsgemeiere der Vorstände von Angelvereinen (internes Gutheißen von lebendem Köderfisch - 'sonst krisse die großen Räuber nicht aus dem Wasser und die müssen weg weil die uns die janzen Fische weckfressen tun') aber gleichzeitig Schleppangeln oder Gummifische verbieten, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir in der Mehrzahl absolut nicht über den Tellerrand unserer Fischgerichte hinaus sehen. Sollen die mal machen, solange ich meinen Jahresbeitrag wieder rauskriege, ist es noch nicht so schlimm und gut besetzt ist jeder Teich ein Paradies für Angler.
Ich finde es richtig schade bis schei.. was da abgeht.
Aus meiner Sicht sollten wir endlich mal im Kopf im 21. Jahrhundert ankommen und für eine moderne Sichtweise unserer geschätzten Freizeitbeschäftigung streiten. Themen wie C&R, Kormoranmanagement, Wasserkraft beschränken, Renaturierung von Gewässern, bessere Klärung von Abwässern zum Schutz der Fischbestände, nachhaltige Bewirtschaftung von Gewässern, einfacherer Zugang zur Angelei, besserer Schutz vor Wilderei, Forschung um die Gewässerökologie besser zu verstehen und so weiter und so fort bieten sich an.
Alles was diskutiert wird sind neue Köder, andere Schnüre, schicke Klamotten, trendy Equipment oder die Körbchengröße der Frau, die sich mal traut, selber die Angel in die Hand zu nehmen.
Satire an:
Irgendwann definiert uns der NaBu oder Peta was wir am Wasser dürfen oder nicht. Angeln ohne Haken mit wasserlöslichen Schnüren und biologisch abbaubaren Ködern aus fairem Handel und nachwachsenden Rohstoffen die in politisch korrekten Farben handgeklöppelt die gegen Eignungsnachweis bezogen werden können. Der Eignungsnachweis kann in einem 5 monatigen Intensivkurs erworben werden. Alternativ sind Wochendseminare möglich die in entspannter Atmosphäre die 850 Unterrichtsinhalte vermitteln. Die vorgeschrieben Prüfungen werden exklusiv in Bundeshauptstadt abgenommen wo auch die 50 Stunden unterrichtet werden die nicht in Hamburg(400h) und München (400h) vermittelt werden können. Die einwöchige Prüfungsperiode findet in absoluter Abgeschiedenheit (24/7) ohne Zugang zu Internet oder Telefon statt um Täuschungsversuche zu unterbinden.
Die Schonzeit beginnt am Ostermontag 00.00 und endet Karfreitag um 24:00. Das Angeln am Wochenende ist nur in den hellen Tagesstunden nach 12:00 bis 14:00 Uhr erlaubt. Eine Mittagsruhe von 2 Stunden ist einzuhalten. Die Fahrzeuge die für die Angelei verwendet werden Boote Autos etc. müssen sich monatlich einer technischen Überprüfung unterziehen um Gewässerschäden sicher auszuschließen. Nach zwei Jahren ist die Untersuchung im Wochenrythmus durchzuführen und zu dokumentieren. Die Untersuchungen sind zu archivieren und auf Verlangen vorzuzeigen. Verstöße werden schon im Verdachtsfall durch Geldbußen im 6 stelligen Bereich und die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte geahndet.
Aber der Kormoran hat bis dahin die Binnengewässer ratzekahl leergefressen Der tut nix - der will bloß leben und zieht weiter wenn er nichts mehr findet. Da ist der ganz anders als Äsche und Co die total unflexibel sind. Die sind auch erst vor 12.5 Mio Jahren eingewandert also auch praktisch Neubürger [<- Achtung Zeitangabe ist ironisch!!]). Und wir zahlen dann im Monat einen 100er damit genug Geld reinkommt um Gewässer wieder mit Beständen zu päppeln die wir angeblich durch unsere Angelei geplündert haben. Wodurch auch die Kormoranpopulation in Deutschland auf besorgniserregende 3 Millionen Brutpaare zusammengebrochen ist, was eine nationale Abgabe in Form eine Vogelpfennigs auf Trinkwasser erfordert um diesen Vogel im Bestand zu erhalten.
Satire aus
Henning ich hoffe, die Zahlen gehen noch irgendwie hoch.
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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von Alex Muc » 15 Feb 2013 22:32

Traurig aber wahr, Sigurd.

Ich bin mal naiv und gehe davon aus, dass die meisten Angst davor haben, sich beim Einloggen auf der Petitionsseite einen Virus einzufangen...

Und sich auf Messen oder bei Vereinen in Papierform einzutragen? Jo, mach ich, morgen! (Denn: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe stets auf übermorgen!)

Gruß,
Alex.

P.S.: Habe mich virtuell eingetragen und mein PC läuft noch immer...

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Re: Große Kormoran-Unterschriftenaktion

Beitrag von kati48268 » 16 Feb 2013 01:11

Nee, Virusangst ist es wohl leider nicht.

Ich definiere das eher als
- eine 'mir doch egal'-Einstellung, bzw. mehr eine 'ja, denke ich auch, aber es werden schon genug andere zeichnen'
und
- eine unglaubliche Feigheit für irgendetwas, an dessen Sinn man glaubt, auch mit seinem Gesicht & Namen einzustehen.

Kein Problem, alle möglichen Daten bei Facebook & whatsapp einzustellen. Auch nicht das Bild mit dem nackten Hinterteil total besoffen am Pool. Oder an jedem Datensammler-'Hol-dir-einen-Porsche'-Gewinnspiel teilnehmen.
Aber einstehen und unterschreiben für irgendwas? Auf gar keinen Fall.

Selbst eine seriöse Petitionsseite wie diese (es gibt auch andere!) kriegt den feigen Durchschnittsbürger nicht hinter dem Ofen hervor. Und dass man auch anonym... hilft auch nicht.

Aber später, wenn das in die Hose geht, in Internetforen oder am Stammtisch maulen, na klar.

"Der Grund, wegen dem es in Deutschland nie eine Revolution geben wird ist,
dass man dazu verbotenerweise den Rasen betreten müsste"

Joseph Stalin

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