Mal wieder Angler in Seenot

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Thomas Kalweit
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Mal wieder Angler in Seenot

Beitrag von Thomas Kalweit » 21 Nov 2011 16:04

Eine Pressemitteilung von heute. Lernen die denn nie... :roll:
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
www.seenotretter.de

21.11.2011

Erneut Angler von Seenotrettern bei Dunkelheit aus dichtem Nebel gerettet

Von den freiwilligen Seenotrettern der Station Heiligenhafen wurden zwei Männer und ein 11-jähriger Junge am Sonntag, den 20.11.2011, aus dem Nebel gerettet. Nachdem sie ohne navigatorische Ausrüstung vollkommen die Orientierung verloren hatten, fand die Besatzung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die drei mit ihren kleinen offenen Booten nach Einbruch der Dunkelheit auf der unbewohnten Warderinsel in der Orther Bucht (Fehmarn), ungefähr 2,5 Seemeilen (4,5 km) von der Fehmarnsundbrücke entfernt.

Nach eigenen Aussagen waren die drei, die aus der Umgebung von Hamburg angereist waren, gegen 11 Uhr von Fehmarn aufgebrochen, um unter der Fehmarnsundbrücke zu angeln. Dazu dienten ein offenes 3,85 Meter langes Boot und ein 2,40 Meter langes Schlauchboot, die jeweils mit einem Außenborder ausgestattet waren. Navigationsausrüstung war nicht an Bord, da man sich auf die GPS-Funktion eines Smartphones verließ.

Erst als die Sichtweite im Nebel unter zehn Metern lag und das Smartphone keinen Netzempfang mehr hatte, bemerkten die Angler ihre dramatische Situation. Orientierungslos landeten sie auf der Warderinsel, von wo sie gegen 16.30 Uhr die Notrufnummer wählen und eine Position angeben konnten.

Die Warderinsel ist von flachem, steinigem Grund umgeben und kann normalerweise nicht per Boot angefahren werden. Der Besatzung des Seenotrettungsbootes HEILIGENHAFEN gelang es jedoch, sich nah an die Insel heran zu manövrieren und vor Anker zu gehen. Zunächst blieb auch der Versuch, in der Dunkelheit die Angler mit dem Suchscheinwerfer zum Seenotrettungsboot zu leiten, ergebnislos. Erst das wiederholte Signal des Nebelhorns führte sie auf den richtigen Weg. Um 18.07 Uhr wurden die drei von den Seenotrettern an Bord genommen und nach Orth gebracht, wo Bekannte die drei abholten.

Vormann Frank Lietzow der Station Heiligenhafen berichtete, dass im Nebel praktisch keine visuelle Orientierung mehr möglich gewesen sei. Die Angler, die mit ihren „Nussschalen“ einen Schifffahrtsweg gequert hatten, waren für andere Schiffe absolut unsichtbar.

In diesem Zusammenhang weisen die Seenotretter nachdrücklich darauf hin, dass sich Angler, die ohne Radarreflektoren und seefahrtstaugliche Navigations- und Kommunikationsausrüstung auf See unterwegs sind, besonders in dieser Jahreszeit in unmittelbare Lebensgefahr begeben, selbst wenn sie vorhaben, in direkter Küstennähe zu bleiben. Wind und Strom können ein Boot im Nebel unbemerkt vertreiben.

Erst am Samstag hatten die Seenotretter aus Kühlungsborn (Mecklenburg-Vorpommern) drei orientierungslose Angler gerettet, die sich im Nebel, ohne es zu bemerken, sechs Seemeilen (elf Kilometer) von ihrer selbst angegebenen Position entfernt hatten.
Online-Redaktion FISCH & FANG / DER RAUBFISCH
E-Mail: thomas.kalweit@paulparey.de

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Smile
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Re: Mal wieder Angler in Seenot

Beitrag von Smile » 21 Nov 2011 17:31

Ich denke die Leute unterschätzen schlicht die enorme Gefahr die da im Spiel ist. Es setzt sich ja niemand in so ein Boot und sagt sich für einen schönen Fisch riskier ich auch gern mal mein Leben. Wasser ist einfach ein tolles Element wenn man seinen Spaß beim Schwimmen, Fischen, Tauchen oder Segeln hat. Das es aber auch ruckzuck durch Unterkühlung töten kann, dass Strömungen eine kilometerweit verstezen können, dass ohne visuelle Orientierung plötzlich weit draußen auf dem Meer befinden kann, dass Schiffe einen überfahren können ohne es auch nur im Ansatz zu bemerken . . . Bis dahin denken doch viele überhaupt nicht. Die Gefahrenpotentiale werden schlicht falsch eingeschätzt.
Ist doch wie am Rhein wo Leute bis zu den Knien im Wasser stehen und in aller Seeleruhe auf eine kleine Welle warten. Die ist dann einen hlben Meter hoch, haut sie von den Socken und die ersaufen - hast du nicht gesehen- wie junge Katzen. Wer auf Gefahren aufmerksam macht ist dann eine 'Pussie'. Und zum Glück geht es ja meistens auch gut.
Also weiter posten Thomas. Vielleicht rettetst Du damit mal irgendwem das Leben weil der / die zweimal nachdenkt, bevor . . .
...."May the holes in your net be no larger than the fish in it. ~Irish Blessing"
Besser geht es ohne TSKH

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Re: Mal wieder Angler in Seenot

Beitrag von Optimist » 21 Nov 2011 18:42

Oder gibts demnächst ein neues Bellybootmodell mit integriertem Kompass, das den Ausgangshafen anzeigt? :roll:

Dass die Handys kein Empfang hatten, dafür ist eindeutig der Telefonanbieter schuld :wink:

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Re: Mal wieder Angler in Seenot

Beitrag von Glenden97 » 21 Nov 2011 21:10

Ui ui ui das ist ja gerade nochmal gut gegangen :?
Ich hätte trotz Seeführerschein viel zu viel Respekt vor dem Meer um eine solche Aktion durchzuführen. Erstmal mit einem erfahrenen Schiffsführer sich mit dem Revier bekanntmachen wäre hier wohl angebracht.

Petri
Frank
Der frühe Vogel fängt den Wurm!!!

http://www.deutscherhechtangler-club.de

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